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Tramontana hatte wie gewöhnlich die Atmosphäre von jeder Spurvon Dünsten gereinigt; über ihm dehnte sich das Himmelsgewölbein seinem tiefen Blau, mit Tausenden von Sternen besät — fürEinen, der mit Hoffnung im Herzen stirbt, ein glorreicher Vorboteder Zukunft. Ghita'S, so wie der anderen Wärter Sorgfalt hatteum diesen Raum eine solche Masse kleiner Bequemlichkeiten zusam-mengehänft, daß man beinahe in einem Zimmer zu seyn glaubte,in welchem Scileuwände und Täfelwerk entfernt worden waren — sowohnlich und behaglich nahm sich das Ganze aus.
Von der Anstrengung des Tages ermüdet, hatte sich Winchestermit dem Befehle, ihn sobald es nöthig wäre zu rufen, etwas abseits vonRaoul auf einer Matratze niedergclegt, da er sich recht wohl denkenkonnte, daß Letzterer mit Ghita allein zu bleiben wünschen würde; derArzt war in dem Bewußtseyn, daß er keine Hülfe mehr zu leisten ver-möge, mit einer ähnlichen Bitie dem Beispiele des Lieutenants gefolgt.Carlo Giuntotardi schlief nur selten: er war in den Ruinen 'mit seinerAndacht beschäftigt. Andrea ging mit dem Pvdesta auf dem Felsenauf und ab, um sich warm zu erhalten; beide konnten manchmal einenleichten Anstug von Reue nicht unterdrücken, daß sie- sich durch einenplötzlichen Anfall von Menschlichkeit zum Bleiben hatten verleiten lassen.
Raoul und Ghita waren allein. Ersterer lag auf dem Rücken,der Kopf war mit Polstern unterstützt, das Gesicht der Himmelsdeckeüber ihm zugewcndet. Aller Schmerz war vorüber und das Lebenging rasch seinem Ende entgegen; der Geist' abcr schien noch uner-schüttert und geschäftig wie früher. Sein Herz war noch immer vollvon Ghita; doch hatte seine außergewöhnliche Lage und besondersder prachtvolle Anblick vor seinen Augen in seine Gefühle allerhandBilder der Zukunft gemengt, welche ihm ebenso neu waren als sieihn mächtig ergreifen mußten.
Ghita aber befand sich in ganz anderer Lage. Als Weib hattesie das Gewicht dieses plötzlichen Schlages in einer Stärke gefühlt,welche sie ihr Unglück nur mit Mühe ertragen ließ. Doch dankte