war rein und auch für Ghita war in einer solchen Umgebung vonder Nacht nichts zu befürchten. Die Kälte, die bei dem Eintrittedes Tramontana fühlbar wurde, war nicht unangenehm, da dieJnselchen durch die benachbarten Hügel vor dessen allzu rauhem An-drange geschützt waren.
Die englischen Matrosen sammelten die hernmschwimmendenSpieren des LuggerS zum Brennmaterial und zündeten ein Feuerauf dem Felsen an. Lebensmittel aller Art waren im Ueberflussevorhanden; auch einige volle Wafferfäffer waren für den Fall einerlängeren Belagerung an'S Land geschafft worden. So wurde alsoKaffee gekocht und für alle Anwesenden hinreichend Speise bereitet.
Bei der Entfernung der Schmausenden war für die um RaoulBeschäftigten keine Störung zu besorgen; der Glanz des Feuers,das immer lustig brennend erhalte» wurde, warf, sobald die Nachtvollends eingebrochen war, einen malerischen Schimmer auf die umdas Sterbebette versammelte Gruppe, so daß selbst Lampen oderFackeln dadurch unnöthig wurden.
Wir wollen die ersten stürmischen Ausbrüche der Herzensangst,welche Ghita bei der Nachricht von Räoul'S tödtlicher Verwundungempfand, übergehen; ebenso wollen wir die Gluth, mit der sie un-aufhörlich ihr Gebet gen Himmel schickte, so wie die Scenen, welchezu der Zeit, da die Insel noch von Kämpfern wimmelte. Statt hatten— zu schildern unterlassen. Als diese Letzteren abgezogen waren,hatte das Mädchen ruhigere Stunden und je weiter die Nacht vor-rückte, desto mehr begann bei ihr an die Stelle der anfängliche»Erschütterung die starre Ruhe hoffnungsloser Verzweiflung zu treten.Erst mit der zehnten Abendstunde war der Augenblick gekommen, wowir den Vorhang noch einmal zu lüsten wünschen, um unseren Leserndie Hauptpersonen der Erzählung znm Schluffe vor Augen zu führen.
Raoul lag ans dem Gipfel der Insel, wo sein Auge über diesanften Wogen, welche den-Felsen bespülten, hinstreisen und sei»Ohr dem Murmeln seines Lieblingselementes zuhören konnte. Der