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ich bis jetzt gesagt habe, geschah nur deshalb, damit Du michin einer Sache, die Du, wie ich weiß, für wichtig hältst, nichtfalsch beurtheilen mögest."
„Ach, Raoul, Du verstehst Dich nur wenig auf das Herz einesWeibes. Wenn Deine Gewalt über mich schon heute so groß ist,daß sie mich der heiligsten meiner Pflichten beinahe untreu macht,was würde dann erst aus ihr werden , wenn sich die Liebe des Mäd-chens in die Alles verzehrende Hingebung der Gattin verwandelthätte! Ich finde es jetzt schon schwer, die Liebe zu Gott mit demmächtigen Gefühl, das Du in meinem Herzen entzündet hast, zuvereinen — ein Jahr der Ehe würde mich in größere Gefahr brin-gen, als ich Dir in Worten auszudrücken vermag."
„So ist also die Furcht für Dein Seelenheil stärker als Deineirdischen Neigungen?"
„Nein, Raoul, das ist es nicht. Ich bin, hoffe ich, nicht feignoch selbstsüchtig, was meine eigene Person betrifft, auch denke ichkeineswegs an die Strafe, die mich wegen einer Heirath miteinem Ungläubigen treffen könnte: was ich am meisten fürchte, ist —daß ich mit der Zeit Gott weniger lieben konnte, als ich ihn jetztliebe oder als ich, ein Geschöpf Seiner Gnade, ihn lieben sollte."
„Du sprichst, als ob der Mensch mit dem Wesen, welches Duverehrst, rivalisiren könnte. Ich habe immer geglaubt, die Liebe,die wir für die Gottheit — und jene, welche wir zu einander hegen,setzen ganz verschiedener Natur: ich sehe also keine Nothwendigkeit,warum sie einander widerstreiten sollten."
„Nichts kann ungleicher sctzn, als jene beiden Gefühle, Raoul,und dennoch kann eines das andere schwächen, wenn nicht gar zer-stören. O, wenn Du nur daran glauben könntest, daß Dein Erlö-ser Dein Gott ist; wenn Du nur für seine Liebe kalt seyn undnicht so thätig gegen ihn auftreten wolltest, so könnte ich immer nochaus Besserung hoffen; aber ich darf nicht alle meine irdischen Pflich-