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14 (1843) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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wählen! Wäre cs etwas anderes, Du würdest gewiß den Siegdavon tragen."

Warum willst Du Dich überhaupt nur wegen meiner Religionbeunruhigen? Giebt es nicht tausend Frauen, welche ihren Rosen-kranz beten und ihre Ave'S hersagen, während ihre Männer an Allesandere, nur nicht an den Himmel denken? Du und ich können rechtgut über diesen Unterschied wegsehen: Andere übersehen ihn auchund sind gleichwohl ein Herz und eine Seele. Ich wollte Dich jagewiß nie in Deiner frommen Andacht stören, Ghita."

Nicht Du bist'S, den ich fürchte, Raoul ich selbst bin es,"antwortete das Mädchen mit überströmcnden Augen, obwohl es ihrnoch gelang, die Seufzer zu unterdrücken, die sich Luft zu machendrohten. ,Ein Haus, das in sich selbst getheilt ist, kann nichtbestehen*, sagt man; wie könnte ein Herz, das von Dir erfüllt ist,Raum finden für die Liebe, welche ich dem Schöpfer seines Daseynsschulde. Wenn der Gemahl nur für die Welt lebt, dann ist cSschwer für die Gattin, so wie sie sollte, an den Himmel zu denken."

Raoul fühlte sich durch das warme Gefühl, welches Ghita ver-rieth, tief ergriffen; der junge Mann hätte sie anbeten mögen fürdie vertrauensvolle Offenheit, mit der sie ihm die Gewalt, welcheer über ihr Herz besaß, eingestand. Seine Antwort athmete dafürauch eine verführerische Zärtlichkeit und Hingebung, welche bewies,daß er des schweren Kampfes, den er in so reiner Brust angefachthatte, nicht ganz unwerth war.

Dein Gott wird Dich niemals verlassen, Ghita; Du hast alsmein Weib, so wie als das jeden andern Mannes, nie etwas zufürchten. Nur ein unvernünftiges Thier könnte daran denken. Dichin Deiner Andacht oder was sonst nach Deiner Ansicht nothwendigoder paffend sehn mag hindern zu wollen. Lieber wollt' ich mirdie Zunge aus dem Munde reißen, ehe Borwurf, Spott oder Ueber-redung von meiner Seite Dich betrüben sollte, so bald ich einmalwüßte, daß Du Dich vertrauensvoll auf mich stütztest. Alles, was