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14 (1843) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
Entstehung
Seite
377
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Wirklich? dann scheine ich, was ich nicht bin. Ich bin imGranitstaate in Nordamerika geboren. Meine Väter zogen in längst-vergangenen Zeiten in jenes Land, um ihre religiösen Ansichten auf-recht zu erhalten. Das ganze Land da herum hält mit unbegreif-licher Hartnäckigkeit auf seine Vorrechte."

Jthuel Volt, kennt Ihr den Gefangenen die Person mitNamen Raoul Uvard?"

Jthuel war einigermaßen in Verlegenheit, wie er diese Fragebeantworten sollte. Trotz des hochherzigen Beweggrundes, der seineVäter in die Wildniß geführt hatte, ja trotz der hohen persönlichenMeinung, die er von seinen eigenen religiösen Vorzügen hegte, wardoch der Eid, seit dem Tage, da er zum ersten Male mit einem Zoll-hause Bekanntschaft gemacht hatte in seinen Augen zu einer Artwandelbarer Verbindlichkeit geworden. Ein Man», der schon somanche falsche Waarendeclaration beschworen hatte, durfte doch nichtleicht an einer Kleinigkeit straucheln, wenn er einem Freunde damiteinen Dienst erwicS; andrerseits aber konnte er auch durch Abläug-nen der Bekanntschaft seine eigenen Aussagen in Mißkredit bringenund sich selbst außer Stand setzen, Raoul vielleicht in einem wich-tigeren Punkte nützlich zu sehn.

Bei ihm wie bei dem Franzmann war ein seltsamer innererWiderstreit zu bemerken, denn während er selbst, der sich dochauf seine frommen Altvordern und seine eigene gottesfürchlige Er-ziehung so Vieles zu gut that, ein ausnehmend biegsames Gewissenhatte, würde Raoul dem Glauben nach beinahe ein Atheistselbst die geringste Lüge verschmäht haben, sobald er sich in einerLage befand, die seine Ehre berührte. Im Punkte der Kriegslistenwaren Wenige feiner oder mehr zu deren Benützung geneigt alsRaoul Dvard; hatte er aber die Maske einmal bei Seite gelegtund sich selbst zu der angebornen Würde seines Charakters zurück-gewendet, so würde ihm selbst der Tod keine Doppelsinnigkeit er-preßt haben. Jthuel dagegen hatte eine wahre Zuneigung für jede