366
„So geschieht cS also blos, um Euch nicht selbst zu beschul-digen, daß Ihr so unbestimmte Antworten ertheilt?"
„Ich muß die Beantwortung dieser Frage ablehnen," antwor-tete Jthuel mit würdevoller Miene.
„Zeuge, ist Euch die Person dieses Gefangenen bekannt?"
„Auch hierauf muß ich die Antwort schuldig bleiben."
„Wißt Ihr überhaupt etwas von einem gewissen Raoul Uvard?"
„Und was ist'S, wenn dieß etwa der Fall wäre? Ich bin ein gebo-rener Amerikaner und habe das Recht, in fremden Ländern Bekannt-schaften anzuknüpfen, so oft ich dieß meinem Vortheil oder meinemGefühl angemessen finde."
„Habt Ihr niemals an Bord von Seiner Majestät Schiffengedient?"
„Welcher Majestät? — Es gibt, so viel ich weiß, in Amerikykeine andere Majestät, als die Majestät des Himmels."
„Bergeßt nicht, daß Eure Antworten alle ausgezeichnet werdenund bei.irgend einer Gelegenheit gegen Euch sprechen könnten."
„Gesetzlich nicht: ein Zeuge darf nicht zu Antworten veranlaßtwerden, die gegen ihn selber sprechen."
„Allerdings nicht dazu veranlaßt werden; doch kann cr'Sauch aus freien Stücken thun."
„Dann ist eS Pflicht des Gerichts, ihn zur Vorficht zu ermah-nen: ich habe das oft und zu wiederholten Malen in Ameriky gehört."
„Habt Ihr jemals ein Schiff mit Namen ,I?eu-k'oIIet oderIrrwischs gesehen?"
„Wie soll nur ein Seemann alle die Schiffe herzählen können,denen er auf dem weiten Oceane begegnet?"
„Habt Ihr jemals unter der französischen Flagge gedient?"
„Ich lehne es durchaus ab, in meine Privatangelegenheiteneinzugehen. Ich bin frei und also steht'S mir auch frei, wem ichdienen will."
„Es ist zwecklos, diesem Zeugen noch fernere Fragen vorzule-