„Für jetzt keine, Sir. Wenn'S den Herrn gefällig ist, wollen-wir weiter fortfahren."
„Man rufe Jthuel Bolt," befahl der Untersuchungsrichter, indemer de» Namen des neuen Zeugen aus einer vor ihm liegenden Liste ablaS.
Raoul fuhr zusammen; denn der Gedanke, daß der Amerikanerin solcher Eigenschaft vorgeführt werden könnte, war ihm noch nichtin den Sinn gekommen.
Eine Minute nachher erschien Jthuel, wurde beeidigt und nahmseinen Platz an dem unteren Ende der Tafel ein.
„Euer Name ist Jthuel Bolt?" fragte der Untersuchungsrich-ter, seine Feder parat haltend, um die Antwort aufzuzeichnen.
„So sagen sie hier am Bord," gab der Zeuge ruhig zurAntwort, „obwohl ich meines TheilS auf eine solche Frage keineAntwort zu ertheilen habe."
„Läugnet Ihr etwa Euren Namen, Sir?"
„Ich läugne nichts — brauche aber auch nichts zu sagen undhabe mit diesem Verhör und dem ganzen Schiffe nicht das Geringstezu schaffen."
Raoul athmete leichter, denn um die Wahrheit zu sagen, hatteer kein großes Vertrauen in Jthuels Standhaftigkeit oder Uneigen-nützigkeit und fürchtete, er möchte durch das Versprechen eigenenPardon's gegen ihn erkauft seyn.
„Ihr werdet Euch erinnern, daß Ihr einen Eid geleistet habtund wegen Widerspenstigkeit oder Verschweigens einer Antwort bestraftwerden könnt."
„Ich habe einige allgemeine Begriffe vom Recht," gab Jthuelzur Antwort, und fuhr dabei mit der Hand über seinen Zopf, umsich zu überzeugen, daß er in Ordnung war, „denn in Amerikylegen wir uns Alle ein wenig auf dieses Studium. Ich selbst advo-cirte einige Mal als junger Mann, doch nur vor einem Friedens-richter. — Wir hielten gewöhnlich darauf, daß ein Zeuge nichtgegen sich selbst zu sprechen nöthig habe."