345
nicht erlauben, Sir, einen «on den jungen Herrn holen zu lassen;sie erinnern sich früher gesehener Gesichter besser als alle Andernauf dem Schiffe."
Die Erlaubniß wurde ertheilt; des Kapitäns Hofmeister stiegauf das Verdeck, um Mr. Roller, einen der ältesten Kadetten, der,wie man wußte, eben die Wache hatte, in die Kajüte zu rufen.
„Betrachtet Euch einmal diesen Burschen, Mr. Roller," begannGrifsin, sobald sich der Junker eingefunden hatte — „und jagt uns,ob Ihr irgend etwas aus ihm zu machen im Stande seyd." -
„Das ist ja der Faullenzer, den wir kaum vorhin mit demgelandeten Boote einhißten."
„Allerdings — so ist'S; wir meinen aber, sein Gesicht schonfrüher gesehen zu haben: könnt Jh r ihn vielleicht ausfindig machen?"
Roller bewegte sich nun im Kreise um den unbeweglichen Ge-genstand all' dieser Bemerkungen und auch ihn wollte es bedünken,als ob ihm der sonderbar aussehende Fremde nicht ganz unbekanntsey. Kaum hatte er aber den Zopf erblickt, als er mit einemkräftigen Schlag auf Jthuel's Schulter in die Worte ausbrach:
„Du bist zum zweiten Mal willkommen, mein Junge; ich hoffe.
Du wirst Deinen Posten droben eben so nach Deinem Sinne finden,als er Dir früher behagte.Dies ist Bolt, Kapitän Cuffc, einerunserer Vormarsgasten, der während unseres letzten Aufenthaltes inEngland davon lief, bald darauf aber eingefangen und auf einWachtschtff gesetzt wurde, von wo er, wie man uns berichtete, einBoot entwendete und mit zwei oder drei französischen Gefangenen, ^die eben damals einer Untersuchung wegen auf dem Schiffe waren, ^glücklich entkam. Erinnert Ihr Euch nicht mehr, Mr. Griffin? — Ihrwißt wohl noch, daß der Bursche behauptete, er sey ein Amerikaner?"
Jthuel sah nun ein, daß er vollständig erkannt war und hielteS sür'S Beste, sich in die Umstände zu fügen.
Cuffe'S Miene verfinsterte sich, denn er war gewohnt, einenDeserteur mit einer Art standesmäßigen Abscheus zu betrachten, —