Sorglosigkeit, war sie in den letzten paar Stunden so sorgfältigbedient und jedes, auch das leiseste Lüftchen so emsig benutzt wor-den, daß Raoul überrascht zurückfuhr, als er entdeckte, um wieviel sie ihm seit dem Augenblicke, da er sie zum letzten Mal beob-achtet hatte, näher gekommen war. Dieser einzige Blick genügte, umdie List seines Feindes zu durchschauen, und er war genöthigt, sichselbst der Nachläßigkeit zu beschuldigen, als er bemerkte, daß erim Kanonenbereiche seines mächtigen Feindes lag, obwohl der Eng-länder immer noch so weit entfernt war, daß das Zielen, besonderswenn eine höhere Woge dazwischen trat, für ihn immer etwas un-sicher bleiben mußte.
Die Felukke war bis auf den Wasserspiegel herabgebrannt:doch schwamm das Wrack, von der Meeresstille begünstigt, nochimmer auf den Wogen und näherte sich langsam der Bai,' wohines durch eine leichte Strömung geleitet wurde. Die Stadt glühteunter den Strahlen der Nachmittagssonne, war aber vor den BlickendeS Spähenden versteckt: die ganzcJnsel Elba schien in Schlaf versunken.
„Welche Siesta!" bemerkre Raoul gegen Jthuel, während Beideauf der Hieling des Bugspriets standen und die ganze Seene —Meer, Land und Gebirge, Stadtbewohner wie Matrosen in Schlum-mer begraben — neugierig betrachteten. „Lien, dort drüben vonWesten her regt sich einiges Leben und wir müssen uns weiter vonDeiner Proserpina entfernen. — Ruft die Matrosen zusammen,Herr Lieutenant: laßt uns die Ruder einsetzen, und das Galliondes JrrwischeS nach der andern Seite drehen. Loste! der Luggersegelt so rasch und ist so sehr geneigt, in der gegebenen Richtungfortzusteuern, daß ich fast fürchte, er ist seinem Feinde entgegenge-krochen, wie das Kind in das Feuer hineinkrabbelt, welches ihm dieFinger verbrennt."
Bald kam Alles am Bord des JrrwischeS in Bewegung; schonwar man im Begriff die Ruder zu handhaben, als das Bratspill-segel zu flattern anfing und der erste Windstoß der erwarteten Brise