Druckschrift 
14 (1843) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen
 

81

ursprüngliche Bezeichnung beinahe verdrängt hat. Unter,Verach-tung^ verstand nämlich Jthnel ,Haß* eine Leidenschaft, welchevielleicht unter allen andern dem Worte, dessen er sich bediente, amfernsten steht, in so fern es nicht leicht ist, diejenigen, welche wirverachten, ans die Stufe zu erheben, auf der sie stehen müssen,wenn wir sie hassen solle».

Bei alledem sind die Engländer nichts weniger als zu ver-achten," gab Andrea zur Antwort, der natürlich die Aeußerungdes Fremden wörtlich nehmen mußte, da er von ihrem provinziellenDoppelsinne nichts wissen konnte;für ein nördliches Volk haben sie inden letzten Jahren, besonders zur See, wunderbare Dinge verrichtet."

Das war mehr, als Jthnel ertragen konnte. All' die erlitte-nen Beleidigungen und wahrlich, es waren viele und schwereKränkungen gewesen erwachten wieder in seinem Geiste, vomNationalhaffe vollends entflammt und entzündet: er brach in eineunzusammenhängende Fluth von Schmähungen aus, welche FilipposSprachkenntniß völlig zu Schanden und eine Verdolmetschung reinunmöglich machte.

Jthuel hatte jetzt bereits so viel Wein verschluckt, daß erbesonders da das Getränk weit mehr Gehalt zeigte, als er erwar-tete zu jedem Ungeschicke reif gewesen wäre und nur seine aus-nehmende Heftigkeit hielt ihn ab, mehr zu verrathen, als geradein diesem Augenblicke rathsam gewesen wäre. Der Vicestatthalterlauschte voll Aufmerksamkeit, in der Hoffnung, etwas Zweckdienli-ches erhaschen zu können: doch kam ihn nichts als ein wirrerSchwall unzusammenhängender Schimpfwörter zu Ohren, aus demer sich durchaus nichts Paffendes abnehmen konnte.

So wurde die Scene in Kurzem unangenehm und Andrea Bar-rofaldi traf Maßregeln, derselben ein Ende zu machen. Er war-tete einen günstigen Moment zum Sprechen ab, und als Jthuelendlich einen Augenblick inne hielt, um frischen Athem zu schöpfen,benützte er die Pause, um auch ein Wörtchen einzuwerfen.

Der Irrwisch L