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„Arme Benedetta! " gab Maso zur Antwort. — „Glaubt dochja nicht, daß der Podesta aus einem solchen Grunde hierher kommt:er will bloS m i ch spreche», denn er schlürft seinen Wein zu oft obenin der Stadt, als daß er wegen eines einzigen Glases so tief herab-steigen möchte. Ja, meine Freunde, in seinem Hause gibt'S einenWein, der, wenn erst einmal das Oel aus dem Halse der Flasche*entfernt ist, gerade so glatt wie dieses selbst die Kehle hinabrinnt.Ich konnte eine ganze Flasche davon auf einen Zug anstrinken!Das ist eben der Wein, der die Vornehmen so munter und gutgelaunt macht."
„Der wässerige Mischmasch ist mir wohl bekannt," fiel Bene-detta weit hitziger ein, als ste sich sonst ihren Gäste» zu zeigenpflegte; „Ihr habt Recht, wenn Jhr's glatt nennt, denn nicht um-sonst läuft ein Heller Brunnen »eben jeder von den Weinpressen,die dieses Getränke erzeuge». Ich habe sogar schon manche Flaschendavon gesehen, auf denen das Oel nicht einmal stehen bleiben würde."
Diese Versicherung war ein hübsches Gegenstück zu 'Maso'SBehauptung in Betreff des Segels und ungefähr ebenso richtigwie jene. Benedetta hatte nämlich, was die Unbeständigkeit derMänner betraf, zu viel Erfahrung, um nicht einzusehen, daß, wenndie drei oder vier anwesenden Gäste erführen, die Insel besitzenoch irgend ein besseres Getränk, als sie es ihnen vorzusetzenpflegte — ihr Ansehen in aller Augen bedeutend Roth leiden müßte.Als eine Frau, welche allein mit der Welt zu kämpfen hatte, fühltesie in ihrer angeborenen Schlauheit recht wohl, daß ste eine Ver-läumdung am Besten dadurch zurückweisen könne, wenn sie derenQuelle gleich im Anfänge verstopfte, und ihre Antwort war deßhalbebenso kräftig im Vortrag als bestimmt in ihrem Ausdrucke.
Sie hätte aber eine treffliche Einleitung zu einem hitzigen Streite
» Bei feineren Weinen hat man IN Toskana die Gewohnheit, den Halsjeder Flasche mit einigen Tropfen Oel zu verschließen, uni den Zutritt derLust abzuhaltcn.