einem Manne, der für ihren Vater galt, in Cristofvro Dovi'S Hotelals'bleibendcr Gast zurückgelaffen worden. Der Umstand, daß sieReisen gemacht hatte, gab ihr schon an sich eine gewisse Auszeich-nung vor ihren Gefährtinnen; dazu kam noch ein starker Wille undgroße Entschiedenheit des Charakters, ein äußerst bescheidenes undanständiges Benehmen, verbunden mit einer auffallend zierlichen,mädchenhaften Gestalt und einem Gesichte, das zwar kaum für schöngelten konnte, aber im höchsten Grade einnehmend und anziehendwar. Niemand dachte daran, nach ihrem Familiennamen zu fragen,und sie selbst schien es nicht für nöthig zu halten, desselben zu er-wähnen. Der Name — Ghita — genügte; er war in der ganzenStadt bekannt und obgleich es in Porto Ferrajo noch zwei oderdrei andere Mädchen desselben Namens gab, so war sie doch schoneine Woche später, nachdem sie gelandet hatte, gleichsam durchgemeinsame Uebercinkunft als die Ghita von Allen gekannt undhoch geachtet.
Man wußte, daß Ghita Reisen gemacht hatte, denn sie warin einer Felukke, welche, wie man sagte, aus den neapolitanischenStaaten kam, auf Elba angelangt. Wenn sich dieß wirklich soverhielt, so war sic wahrscheinlich in der ganzen Stadt die einzigePerson ihres Geschlechts, welche jemals den Vesuv 'gesehen und alledie Wunder in jenem Theile JtalieirS, dessen Ruf einzig nur derGegend von Nom nachsteht, mit eigenen Augen angestaunt hatte.Wenn also überhaupt ein Mädchen den Charakter des Fremdlingszu errathen im Stande war, so konnte es in ganz Porto FerrajoNiemand anders als Ghita sehn und dieß war denn auch der Grund,warum sich eine Schaar von wenigstens einem Dutzend Mädchenihres eigenen Alters und dem Anscheine nach aus derselben Klaffe,wie sie — vhne ihr Wissen und ehrlich gestanden, auch ganz gegenihren Willen, um ihre Person versammelt hatte.
Von der Zurückhaltung, welche die Neugierigen in MasoS Nähebeobachteten, war übrigens bei dieser Mädchengruppe nichts zu be-