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zu überweisen," fuhr Abigail fort, zu Cäcilien gewendet. „HastDu nicht den Einfluß des Sohnes am Altäre eingestanden? Warumsollte ein Mädchen, eitel, unwissend und jung, wie ich war, gefühl-los gewesen sepn für die BerführungSkünste des Vaters!"
„So ist dieß Dein Kind?" rief Livnel, wieder freier athmend:— „fahre fort in Deiner Erzählung; Du vertrauest sie Freunden!"
„Ja — ja," rief Abigail, schlug die Hände zusammen undsprach mit bitterem Nachdruck; „Euch bleibt freilich der Trost, denUnterschied zwischen der Schuld des Weibes und der des Mannesgeltend zu machen! Major Lincoln, verflucht und besudelt, wie Siemich hier sehen, so war doch Ihre eigene Mutter nicht unschuldiger,nicht reizender, als ich zu jener Zeit, da meine jugendliche SchönheitIhres Vaters Auge fesselte. Er war groß und mächtig, ich un-bekannt und schwach: — jenes unglückliche Pfand unseres Ver-gehens erschien nicht eher, bis er Ihre glücklichere Mutter gefun-den hatte!"
„Kann das wirklich so sehn?"
„Das heilige Evangelium ist nicht wahrer!" murmelte Ralph.
„Und mein Vater! — konnte er Dich in Deiner Nothverlassen? "
„Scham folgte, als Tugend und Stolz längst vergessen waren.Ich war eine von seinem eigenen hohen Geschlecht Abhängige undes fehlte mir nicht an Gelegenheit, um seine wandernden Blickeund seine zunehmende Liebe für die keusche PriScilla zu bemerken.Meinen Zustand kannte er nie. Während ich von der Fruchtmeiner Schuld zu Boden gedrückt war, bewies er, wie leicht es füruns ist, in den Tage» des Glücks die Genossen unserer Schandezu vergessen. Endlich wurden Sie geboren, und ihm unbewußt,empfing ich seinen neugeborenen Erben aus den Händen seinereifersüchtigen Tante. Welche verruchten Gedanken haben mich injenem bitteren Augenblick bestürmt! Aber, Gott im Himmel seygelobt, sie gingen vorüber und ich blieb frei von der Sünde des Mords!"