die langsamen, aber unwiderstehlichen Fortschritte der Krankheitverkündeten. Polwarth saß an seiner Seite und hielt seinen Pulsmit der bedächtigen Miene eines Arztes; jeden Augenblick suchte ereine neue Bestätigung bald für seine Hoffnung und bald für seine-Furcht, je nachdem die eine oder andere abwechslungsweise dieOberhand erhielten, und blickte dem Gegenstände seiner Sorge un-verwandt in die Augen.
Auf eine so beschäftigte Gruppe und bei so aufgeregten Ge-fühlen konnte wohl selbst der plötzliche Eintritt der Ankommendenkeinen sehr fühlbaren Eindruck machen. Der matte, ausdrucksloseBlick Job's wanderte auf einen Augenblick nach der Thürc undstarrte dann wieder in die leere Luft hinaus. Ein Strahl derFreude schoß in das ehrliche Gesicht des Kapitäns, als er zuerst Lionelund dann neben ihm Cäcilie erblickte; aber er wurde augenblicklichwieder durch die stäte Sorge verdrängt, welche jetzt auf seinem gewöhn-lich so ruhigen Gesicht die Oberhand gewonnen hatte. Die größteVeränderung war mit dem Weibe vorgegangen, welche unter einemallgemeinen Schütteln ihres Körpers das Haupt auf die Brustneigte, als Ralph auf's Neue vor ihr stand. Aber auch bei ihrging der plötzliche Eindruck schnell vorüber, ihr Hände ergriffenwieder ihr niedriges Geschäft mit der nämlichen mechanischen, un-wiilkührlichen Bewegung wie zuvor.
„Erkläre mir diese Scene!" sagte Lionel zu seinem Freund ge-wendet: — „wie kamst Du in diese Höhle des Elends? und werhat dem Jungen ein Leids gethan?"
„Deine Frage führt schon ihre Antwort mit sich, Major Lin-coln," antwortete Polwarth sehr bedächtig, indeß er seinen festenBlick nicht einmal von dem Gesichte des Kranken erhob: — „ichbin hier, weil diese Leute elend sind!"
„Der Beweggrund ist lobenswertst! aber was fehlt dem Jungen?"
„Die Verrichtungen der Natur scheinen durch ein besonderesUnglück gestört zu sehn. Ich fand ihn Hunger leidend und trotz