472
gehen; das Haus ist nur einen Schritt von diesem entfernt, undSie können ihn zu fich rufen, wenn Sie es wünschen."
- Cäcilie wurde durch ihren Begleiter znm Wcitergehen mehrgetrieben als überredet, und bald, wie er gesagt hatte, standensie vor der Thüre eines niederen, einsamen Hauses. Ein Bewaff-neter schritt vor demselben auf und ab, während der verlängerteSchatten einer zweiten Schildwache an der Rückseite alle halbeMinuten weit in die Straße hereindrang und die Wachsamkeit verrieth,welche man gegen seine Bewohner für nöthig erachtete.
„Nur zu," sagte Ralph und öffnete die äußere Thüre ohneZögern. Cäcilie folgte, fuhr aber wieder zurück, als sie auf einenzweiten Mann traf, der eine Muskete in Bereitschaft hielt, währender in dem engen Gange, der sie aufnahm, auf und nieder ging.Zwischen dieser Schildwache und Ralph schien ein gutes Einver-nehmen zu herrschen, denn der Letztere redete ihn mit voller Frei-müthigkeit an:
„Ist noch kein Befehl von Washington eingegangen?" fragte er.
„Keiner; und fast möchte ich aus dem Verzüge schließen, daßnichts sehr Günstiges zn erwarten ist."
Der alte Mann murmelte vor sich hin und ging vorüber; danneine andere Thüre öffnend, sagte er:
„Treten Sie ein!"
Cäcilie gehorchte und im nächsten Augenblicke schloß sich dieThüre hinter ihr; doch ehe sie Zeit hatte, ihre Verwunderungoder Unruhe auszudrücken, fühlte sie sich von den Armen ihresGemahls umschlungen.