423
WohlthäterS. Seine ausgedorrten Lippen arbeiteten schon vollUngeduld und jeder Blick seines starren Auges verrietst die vollkom-mene Herrschaft seines physischen Bedürfnisses-über seinen schwachenGeist. Auf die an ihn ergangene Frage gab er die einfache undrührende Antwort:
„Job ist nicht wählerisch bei seinem Essen."
„Auch ich nicht." erwiederte der methodische Feinschmecker, indemer ein Stück Fleisch noch einmal gegen das Feuer drehte, das Ivbin Gedanken bereits verschlungen hatte, — „doch trotz der Eilemöchte man es auch gut machen. Noch einmal gewendet und dannkonnte es selbst dem Gaumen eines Prinzen behagen. Bring' mirden Teller dort, Shearflint — es ist eine Unnoth. in einem sodringenden Falle mit dem Geschirr gar zu genau seyn zn wollen.Schmieriger Bursche, möchtest Du wohl gar einen Schinken imvolle» Fett auftischen!— Was es doch eine Nasenweide ist! Kommher, hilf mir zu dem Bett."
„Möge der Herr, der jeden gütigen Gedanken seiner Creaturensieht und bemerkt, Sic segnen und belohnen für diese Sorgfalt ummein verlorenes Kind!" rief Abigail aus der Fülle ihres Herzens;„aber ist es wohl klug. Einem bei so brennendem Fieber so nahr-hafte Speise zu geben?"
„Was sonst wollt Ihr ihm geben, Frau? Ohne allen Zweifelverdankt er seine Krankheit einzig und allein diesem Mangel. Einleerer Magen ist wie eine leere Tasche, ein Platz für den Teufel,um seine Sprünge drin zu machen. Das ist Euer dürrer Doktor,der Euch von einer mageren Diät vorschwatzt. Hunger ist schoneine Krankheit an sich, und kein vernünftiger Mensch, der sich zugut dünkt, um der Quacksalberei anzuhängen, wird glauben, daßer ein Heilmittel seyn könne. Nahrung ist die Quelle des Lebens —und Essen, wie die Krücke für einen Verstümmelten. Shearflint,suche in der Asche »ach dem Beschläg meines Beins und dannbringe ein Stück von dem Fleisch für die arme Frau. — Iß zu,