„Wer begleitete ihn, als er Euch das letzte Mal verließ?"fragte Cäcilie mit so leiser Stimme, daß, hätte nicht so tiefe Stillegeherrscht, ihre Rede wähl nicht gehört worden wäre.
„Mein Kind — mein schwaches, unverständiges, unglücklichesKind!" erwiederte Abigail mit einer sorglosen Schnelligkeit, welcheihrem Elende den nächsten besten Namen, gleichviel, ob er noch sounüberlegt und unpassend war, beilegen zu wollen schien. „Wennes Verrath ist, den Fußstapfen dieses namenlosen Wesens zu folgen,so hat Job viel zu verantworten!"
„Ihr mißkennt meine Absicht — Gutes viel eher als Schlimmeswird auf Eure Antworten erfolgen, wenn sie wahr erfunden werden."
„Wahr!" wiederholte das Weib, und hemmte die wiegendeBewegung ihres Körpers, während sie stolz in Cäciliens ängstlichesGesicht emporblickte; — „doch, Sie sind groß und mächtig undhaben darum das Vorrecht, die Wunden des Unglücklichen zuöffnen!"
„Ich würde es von ganzem Herzen bereuen, wenn ich irgendEtwas gesagt hätte, das die Gefühle eines Kindes verletzen könnte,"sagte Cäcilie mit edler Wärme; — „ich möchte lieber Eure Freun-din als Eure Bedrängerin seyn, wie Ihr erfahren sollt, wenn dieGelegenheit sich darbieten wird."
„Nein — nein! Sie können mir nie Freundin seyn!" riefschaudernd das Weib; „die Gattin Major LincolnS darf nie dasInteresse der Abigail Pray befördern!"
Der Simpel, der allem Anschein nach in dumpfer Gleichgültig-keit gegen das, was vvrging, da gelegen hatte, erhob sich nununter seinen Lumpen hervor und sagte mit dem Stolze eines Narren:
„Major LincolnS Lady ist gekommen, Job zu besuchen, weilJob eines Gentleman Sohn ist!"
„Du bist das Kind der Sünde und des Elendes!" stöhnteAbigail und begrub das Gesicht in ihren Mantel, — „wollte Gott,Du hättest »ie das Licht des Tages erblickt!"