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ihr eigenes Elend zu empfinden schien, — „Sie find die glücklicheund reiche Erbin Derjenigen, welche ich heute in ihr Grab legensah. Das Grab wird sich Allen gleichmäßig öffnen! dem Reichenwie dem Armen, dem Glücklichen so gut wie dem Elenden! Ja —ja, ich kenne Sie! Sie find die Braut von eines reichen Mannes Sohn!"
Cäcilie schüttelte die schwarzen Locken, welche ihr in'S Gesichtgefallen waren, zurück und zeigte dadurch ihr Antlitz, das vomdunkelsten Roth übergoffen war, worauf sie mit der Würde einerMatrone antwortete:
„Wenn Ihr denn von meiner Vermählung wißt, so werdetIhr auf Einmal begreifen, daß ich für Major Lincoln auch das Interesseeines Weibes fühle — ich möchte seine seitherigen Schritte vonEurem Sohne erfahren."
„Von meinem Kinde! von Job! von dem armen, verachtetenKinde des Elends und der Krankheit wollten Sie Nachrichten überIhren Gemahl cinziehen? — nein — nein, junge Dame, Siespotten über uns; — er ist nicht würdig, in die Geheimnisse einesso großen und glücklichen Mannes eingeweiht zu seyn!"
„Und dennoch müßte ich mich völlig täuschen, wenn er es nichtwäre! Ist nicht einer, Namens Ralph, da gewesen, ein häufiger Be-sucher Eures Hauses während des letzten Jahres; und hat er sichnicht noch vor ganz wenig Stunden hier im Verstecke gehalten?"
Abigail erschrack bei dieser Frage, antwortete jedoch ohneZögern und ohne eine Ausflucht zu versuchen:
„Es ist wahr. Wenn ich strafwürdig bin, weil ich ein Wesenbeherberge, das kommt, ich weiß nicht woher, und geht, ich weißnicht wohin, einen Mann, der in den Herzen liest und weiß, wasein Mensch mit seinem beschränkten Vermögen niemals wissen konnte,so muß ich mir's gefallen lassen. Er war gestern hier, er kannheute Nacht wieder hier seyn, denn er kommt und geht nach Be-lieben. Eure Generale und die Armee mögen dazwischen treten —ich aber wage nicht, es zu verbieten!"