erlöschenden Flammen des Hanfs schimmerte jetzt noch das schwacheLicht einer Kerze in dem Zimmer, wodurch das Elend seiner Be-wohner nur noch deutlicher hervorgehoben wurde.
Trotz der hohen, aber kalten Entschlossenheit, welche Cäcilic inder vorhergegangenen Scene mit den Ausrührern entwickelt hatte,und welche auch jetzt noch in dem ernsten Blick ihres Auges her-vortrat, schien sie doch Willens, die Düsterheit des Zimmers zubenützen, um ihre Züge selbst vor dem Blicke des gesunkenen Weibeszu verbergen. Sie setzte sich in einen schattigen Winkel des Ge-machs und hüllte sich wieder etwas tiefer in ihren Kalash, währendsie sich also an den Simpel wandte:
„Wenn ich auch nicht mit der Absicht hieher gekommen bin,Dich, Job Pray, zu strafen oder auf irgend eine Art durch Drohun-gen einzuschüchtern, so ist mein Zweck doch der, Dich über Sachenzu befragen, welche zu entstellen und auf irgend eine Weise zu ver-hehlen, von Dir eben so unrecht als grausam wäre-"
„Sie haben wenig Ursache zu fürchten, daß etwas Anderesals Wahrheit von meinem Kinde gesprochen werden wird," fielAbigail ein. „Dieselbe Macht, welche seine Vernunft zerstörte, hates doch gut mit seinem Herzen gemeint — der Knabe kennt keinFalsch — wollte Gott, man könnte dasselbe von dem sündigen Weibesagen, das ihn gebar!"
„Ich hoffe, das Zengniß, das Ihr Eurem Sohne ertheilt, wirddurch sein Benehmen bestätigt werden," antwortete Cäcilie: „mitdieser Zuversicht aus seine Redlichkeit will ich mich geradezu an ihnwenden. Damit Ihr aber sehen mögt, daß ich mir keine unerlaubteFreiheit mit dem Jungen erlaube, will ich Euch meine Beweggründeerklären!" Sie zauderte einen Augenblick und kehrte nnwillkührlichdas Gesicht weg, während sie fortfuhr: „Ich sollte meinen, AbigailPray, meine Person müsse Euch bekannt scpn?"
„Ja — ja," antwortete das ungeduldige Weib, welches dieacht frauenhafte, so feine Bildung der Andern als einen Vorwurf über