Druckschrift 
7 (1842) Lionel Lincoln, oder die Belagerung von Boston : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
Entstehung
Seite
386
Einzelbild herunterladen
 

386

k sie mit unfreundlichem Auge zu betrachten. Offenbar ermuthigt

durch den gütigen Blick des Kapitäns, nahm sich das Weib denMuth, hinzuzufügen:

Hörte ich recht, Sir? sagten Sie nicht, Major Lincolnwerde vermißt?"

Ich bedanre, gute Frau," antwortete der Kapitän, währender sich anf den eisenbeschlagenen Stock lehnte, womit er seineSchritte auf den eisigen Straßen von Boston zu stützen pflegte,daß diese Belagerung sich für Euch so ungewöhnlich streng erwiesenhat. Wenn ich mich in einer Sache nicht täusche, worin ich vielzu verstehen glaube, so wird hier die Natur nicht unterstützt, wiesie unterstützt werden sollte. Ihr möchtet um Essen bitten, undGott verhüte, daß ich einem Mitgeschöpf einen Bissen von dem ver-weigern sollte, was sowohl den Keim als die Früchte des Lebensausmacht. Hier ist Geld."

Die Muskeln der Frau arbeiteten und einen Augenblick langwarf sie ihren Blick nachdenklich auf das Silber; doch bald daraufstieg eine leichte Nöthe in ihre Züge und sie antwortete:

Welches auch immer meine Bedürfnisse und meine Leiden seynmögen, ich danke meinem Gott, daß er mich noch nicht dem Bettlerauf der Straße gleich gemacht hat. Ehe dieses Nebel über mich

kommen wird, werde ich wohl einen Plgtz unter diesen gefrornen

Hügeln finden, auf denen wir stehen. Aber ich bitte nochmals um Ver-zeihung, Sir; ich glaubte, ich höre Sie pon Major Lincoln sprechen."

Das that ich auch und was mit ihm sey, wollt Zhrwissen? Ich sagte, er werde vermißt, und das ist wahr, wenn man

nämlich einen Solchen vermißt nennt, den man nicht finden kann."

Und nahm Madame Lechmere noch Abschied von ihm, ehe ervermißt wurde?" fragte das Weib und trat einen Schritt näherzu Polwanh. mit großer Angst die Antwort erwartend.

Glaubt Ihr, gute Frau, ein Herr von Major LincolnsVerstand werbe nach dem Tod seiner Verwandten verschwinde»