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ohne irgend ein Zeichen der Trauer. Cäcilie begrub sich selbst undihren Kummer in der Einsamkeit ihres eigenen Gemachs, und alleübrigen unter den entfernteren Verwandten, welche sich versammelthatten, männliche wie weibliche, schienen es keineswegs schwer zufinden, ihre Gefühle in die Schranken des kältesten Anstandszurückzudrängen.
Dr. Liturgp empfing den Leichnam, wie gewöhnlich, ans derSchwelle des geweihten Hauses und ganz dieselben feierlichen undrührenden Worte ertönten über dem Sarge der Todten, wie wennsie, von den heitersten Bildern eines festen Glaubens gestärkt, dahin-geschieden wäre. Mit dem Vorschreiten des Gottesdienstes stelltensich die Bürger gruppenweise in tiefer Aufmerksamkeit um denSarg; Alle mußten sich über das ungewohnte Zittern und dieFeierlichkeit Wundern, die ihnen in der Stimme des Priesters aufsiel.
Unter diese kleine Versammlung von Einwohnern der Koloniehatten sich wenige Männer in Militärkleidnng gemischt, welche dieFamilie der Verewigten in ruhigeren Zeiten gekannt hatten undnun nicht vergaßen, dem Andenken eines ihrer Todten die letzteEhre zu erweisen.
Als die kurze Trauerhandlung geendigt war, wurde der LeichnamVon der Begleitung auf die Schultern gehoben und an seine Ruhe-stätte auf den Kirchhof getragen. Bei einem solchen Leichenbe-gängnisse, wo Wenige trauerten und Niemand weinte, versuchte mauauch nicht, einen unnöthigen Aufenthalt mit Beisetzung der traurigenUeberreste der Sterblichkeit zu machen. In wenigen Minuten wardas enge Behältniß, das die verwesenden Ueberreste einer Fraubeherbergte, welche noch kurz vorher einen solchen Sturm menschlicherLeidenschaft in sich empfunden hatte, von dem Lichte des Tagesausgeschlossen und der Leichnam blieb nun an der Seite Derer,welche vor ihr in die Finsterniß des Grabs hinabgestiegen waren,der Verwesung überlassen. Von allen Denen, welche Zeugen beidem Versenken des Sarges waren, fühlte vielleicht Polwarth allein