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„Warum werde ich in solch einem Augenblick in der Stillemeines Krankenzimmers herausgefordert? Entfernt diesen Wahn-sinnigen oder Betrüger, welches von beiden er sehn mag, ausmeinen Nngen!"
Sic sprach ihren Befehl zu tauben Ohren. Lionel konntesich weder rühren noch antworten. Seine ganze Aufmerksamkeitgehörte Ralph, über dessen hohle Züge ein Lächeln kalter Gleich-gültigkeit hinzog, welches zeigte, wie wenig er die angedrohte Ge-waltthat beachtete. Selbst Cäcilie, welche mit der ganzen Hin-gebung eines Weibes gegen den, den sie liebt, an Lionel's Armehing, blieb von Letzterem unbeachtet, sein ganzes Bewußtseyn wurdevon der Theilnahme verschlungen, welche das plötzliche Wiederer-scheinen eines Mannes in ihm erregte, dessen sonderbarer, geheim-nißvoller Charakter seit langer Zeit so manche Hoffnungen undBesorgnisse in seiner eigenen Brust hervorgerufen hatte.
„Eure Thüren werden bald für Jeden offen stehen, dem hiereinzutreten belieben wird," antwortete kalt der alte Mann: „warumsollte ich aus einem Hause vertrieben werden, wo herzlose Haufenso bald nach Gutdünken ein und ausgehen werden? Bin ich nichtalt genug; oder stimmt mein Aussehen nicht hinlänglich zum Grabe, umzu Eurem Gefährten zu passen? Priscilla Lechmere, Du hast ge-lebt, bis die Blüthe Deiner Wangen der Farbe des Todes Platzmachte; Deine Grübchen sind zu gefurchten, runzlichen Falten ge-worden und die Strahlen Deines glänzenden Auges habe» sich in denBlick der Sorge umgewandelt; aber Du hast noch nicht derReue gelebt."
„Welche Sprache ist dieß?" rief seine Znhörerin, während sievor seinem festen, glühenden Blicke innerlich zusammenschauderte.„Warum bin ich allein von der Welt zu solcher Verfolgung aus-erlesen? — Sind meine Sünden nicht mehr zu tragen und soll ichallein daran erinnert werden, daß frühe oder spät Alter oder Tod unsheimsuchen wird? — Ich habe lange die Schwächen des Lebens