ihrer Auge» milderte sich durch eine Thräne, während sie zu spre-chen begann.
„Lionel, niciu Neffe, mein Sohn," sagte sie — „ich habeversucht. Sie auf eine Art zu empfangen, wie sie dem Haupteeine« alten, ehrwürdigen Geschlecht« geziemen mag; aber wärenSie auch eiu regierender Fürst, ich habe jetzt mein Letztes undBeste« für Sie gethan! — Lieben Sie Cäcilien — verehren Sic sie— sehen Sie ihr mehr als Gemahl — ersetzen Sie dem theurenKinde ihre ganze Verwandtschaft, denn sie verdient Ihre ganzeLiebe! Nun ist mein letzter Wunsch erfüllt! — Nun kann ich michselbst nach einem heißen und mühsamen Lebenslage in der Stilleeine« langen, ruhigen Abends auf den letzten großen Wechsel vor-bereite», dem ich entgegengehe!"
„Weib!" sprach plötzlich eine Stimme im Hintergrund, —Du betrügst Dich!"
„Wer," rief Mr«. Lechmere und erhob ihren Körper in krampf-haftem Schreck, als ob sie aus dem Bette springen wollte— „werspricht hier?"
„Ich bin'«!" antwortete die wohlbekannte Stimme Ralphs,wahrend er von der Thüre auf ihr Lager zuging — „Ich,Priscilla Lechmere, Einer, der Deine Thaten wie Dein Urtheil kennt! "
Das erblaßte Weib fiel auf ihre Kissen zurück und haschtenach Athem; die Röthe ihrer Wangen verschwand, die Zeichen desAlters und der Krankheit nahmen wieder Besitz von ihren Zügen,ihr Auge verlor seinen freudigen Glanz und ein starrer Blick desSchreckens und der Verzweiflung trat an seine Stelle. Doch schienein einziger Augenblick des Nachdenkens hinreichend, um ihrenGeist und mit ihm all ihre tiefen Leidenschaften wieder zu beleben.Sie winkte mit einer heftigen Bewegung der Hand den Einge-drungencn von sich und nachdem sie mit Anstrengung ihre Sprachewieder gewonnen, rief sie mit einer Stimme, die durch ihre über-wältigende Aufregung doppelte Stärke erhalten hatte: