Peinlicher, finsterer Gedanke, der mit dem Geheimniß von Mrs.Lechmere's Leben zusammenhing, durch diese freudigen Phantasier»,wurde aber rasch wieder von dem Bilde der Geliebten aus seinemHerzen verscheucht, wenn er sich erinnerte, wie sie mit so edlemVertrauen, mit so ergebungsvoller Zärtlichkeit seine ferneren Hand-lungen erwartete.
Da Dr. Liturgy's Wohnung an dem Nordende lag, welchesdamals eines der fashionablcn Stadtviertel war, so sah sich Liouel durchdie Entfernung zur Eile genöthigt, um noch pünktlich am bestimm-ten Orte einzutreffen. Jung, thatkräftig und voll Hoffnung schritter mit großer Schnelligkeit über das unebene Pflaster hin und be-merkte, als er vor den Geistlichen gelassen wurde, mit Vergnügenan seiner Uhr, daß seine Eile selbst die sprüchwörtliche Geschwin-digkeit der Zeit im Laufe überholt hatte.
Der ehrwürdige Herr war in seinem Studierzimmer und erholtesich am warmen Feuer von den anstrengenden Verrichtungen des Tagesin dem bequemen Umfang eines weiten Armstuhles; vor sich hatteer einen Krug, der mit einem Gemische von Eider und Ingwernebst anderen Artikeln, welche Polwarths Kenntniß in den Ge-würzen Ehre gemacht haben würden, gefüllt war. Statt dervollen ehrsamen Perücke trug er ein Sammtkäppchen, die Schuhe,ohne Schnallen, hatten seine Fersen aus ihrer Gefangenschaft be-freit, — kurz, die ganze Einrichtung war die eines Mannes, dernach des Tages Last und Mühe die Freuden eines ruhigen Abendszu genießen cnschlossen ist. Seine Pfeife, obwohl sie gefüllt aufeinem Tischchen neben ihm lag, war nicht angezündet, aus Höflich-keit gegen den Gast, den er noch um diese Stunde erwartete. Daer oberflächlich mit Major Lincoln bekannt war, erschien eine Ein-führung als unnöthig und die beiden Herrn saßen bald einandergegenüber; der eine sich bemühend, eine Verlegenheit zu bekämpfen,deren er sich vor der Enthüllung seines sonderbaren Begehrensnicht erwehren konnte; der Andere mit nicht geringer Neugierde