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scheuchte jede Betrachtung, in der sie nicht die Hauptperson bildete,aus seiner Seele.
Das schwache Aussehen der Kranken, so wie die plötzlicheErinnerung, daß sic in Folge ihrer Angst um ihn so viel gelittenhatte, half indessen der Sache seiner Tante in so weit wieder auf,daß der junge Mann ihr nicht nur mit Herzlichkeit, sondern selbstmit einer au Dankbarkeit glänzenden Empfindung begegnete.
MrS. Lechmere's Unpäßlichkeit hatte jetzt schon mehre Wochengedauert, und ihre Zuge, alt und eingefallen, wie sie schon durchde» allgemeinen Nachlaß der Natur geworden waren, trugen nochüberdieß starke Spuren von der Heftigkeit ihrer neulichen Krankheit.Ihr Gesicht hatte zudem, daß es bleicher und abgezehrter als ge-wöhnlich war, auch noch jenen ängstliche» Ausdruck angenommen,den schweres und langwieriges körperliches Leiden so oft auf demmenschlichen Antlitz zurückläßt. Ihre Stirne war jedoch mild undheiter, nur zuweilen war auf Augenblicke ein leichtes, unwillkühr-liches Zucken der Muskeln zu bemerken, welches verrieth, daß,wenn die Schmerzen auch im Allgemeinen vorüber waren, sie dochmanchmal auf kurze Zeit wiederkehrten, um sie an ihre Krankheitzu mahnen. Sie empfing die Besuchenden mit einem Lächeln, dassanfter und einnehmender als gewöhnlich war, und durch die blei-chen, sorgenvollen Züge noch eindrucksvoller wurde.
„Es ist gütig von dem Kranken, Cousin Lionel," fing sie an,während sie ihrem jungen Verwandten die welke Hand darreichte,„daß er kommt, um den Gesunden zu besuchen; ich sage den Ge-sunden, denn nachdem wir so lange das Schlimmste für Sie ge-fürchtet, kann ich nicht zugeben, daß neben Ihren ernsthafterenWunden meiner geringen Verletzung erwähnt werde."
„Möchten Sie sich, Madame, doch eben so glücklich, wie ich,von de» Folgen erholt haben," 'erwiederte Lionel und nahm ihreHand, die er mit vieler Wärme drückte. „Ich werde nie vergessen,daß Sie Ihre Krankheit der Angst um mich verdanken."