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„Lassen wir das, Sir; es ist ja natürlich, daß wir für Die-jenigen uns ängstigen, welche wir lieben. Ich habe es erlebt, Siewieder wohl zu sehen, und so Gott will, werde ich noch so langeleben, bis diese verruchte Rebellion überwältigt seyn wird." Siehielt inne und, einen Augenblick das junge Paar anlächelnd, dassich ihrem Bett genähert hatte, fuhr sie fort: „Cäcilie hat mirAlles gesagt, Major Lincoln."
„Nein, nicht Alles, theure Madame," fiel Lionel ein; „ichhabe noch etwas beizufügen und gleich zum Anfang will ich ge-stehen, daß es ganz von Ihrer Milde und Weisheit abhängt, meineVermessenheit zu unterstützen."
„Vermessenheit ist ein unpassendes Wort, Cousin Lionel; wovollkommene Gleichheit in Geburt, Erziehung und Vorzügen, und— wenn wir die Geschlechtsverschiedeuhcit beachten, könnte mansogar sagen — in Vermögen Statt findet, da mag sich solche wohlzu Ansprüchen erheben, und Vermessenheit ist in diesem Falle einzu zweideutiges Wort. Cäcilie, mein Kind, gehe in mein Bibliv-thekzimmer; in dem kleinen geheimen Schiebfach meines Schreib-tisches wirst Du ein Papier mit Deinem Namen finden; lies es,meine Liebe, und bringe es hierher."
Sie deutete auf einen Sitz für Lionel, und als die Thürehinter Cäcilie sich geschloffen hatte, nahm sie die Unterhaltungwieder auf.
„Da wir im Begriff stehen, von Geschäften zu reden, kanndas verwirrte Mädchen eben so gut wegbleiben, Major Lincoln.Worin besteht die besondere Gunst, welche ich Ihrer Bitte gewährenkönnte?"
„Wie jeder andere dreiste Bettler, dem Ihre Güte bereits invollem Maaße zu Theil geworden, komme ich, mir das unverzüg-liche Geschenk des letzten und größten Pfandes, das Sie verleihenkönnen, von Ihnen zu erbitten."
„Meine Enkelin? Es bedarf keiner unnöthigen Zurückhaltung