Wink, theuerste Cäcilie," sagte der junge Mann, indem er mitder ganzen Beständigkeit, wie nicht minder mit aller Bereitwilligkeiteines Verliebten den Grund seines Beweises aufgab; „Sie habenmir Ihre Gefühle gestanden und würden sich nicht weigern, siewieder zu gestehen?"
„Sicher nicht vor Jemand, dessen Selbstachtung ihn bewegenmuß, der Schwäche zu vergessen; aber vielleicht würde ich Anstandnehmen, etwas so Thörichtes vor der Welt zu thun i"
„So will ich's Ihnen denn noch einmal an's Herz legen,"fuhr er fort, ohne die Koketterie zu beachten, welche sie affektirthatte. „Glauben wir auch das Beste, so werden Sie zugeben, daßeine zweite Schlacht kein unerwarteter Vorfall wäre?"
Cäcilie schaute ihm mit ängstlichem Blick in's Gesicht, undschwieg.
„Wir Beide wissen/ wenigstens weiß ich ans trauriger Erfah-rung, daß ich nichts weniger als unverwundbar bin. Nnn ant-worten Sie mir, Cäcilie — nicht als ein Weib, das mit sichkämpft, um den Stolz ihres Geschlechts aufrecht zu erhalten, son-dern als das edle Wesen voll Herzlichkeit, wie ich Sie kenne —-sollten die Begebenheiten der letzten sechs Monate sich wiederholen,was möchten Sie lieber? — sie abermals durchleben als meineheimlich Verlobte, oder nicht vielmehr als meine anerkannte Gattin,die nicht zu errölhen braucht, ihre Zärtlichkeit vor aller Weltzu zeigen?"
Miß Dpnevor mußte erst die schweren Tropfen, die während dieserWorte an ihren dunkeln Wimpern hingen, von den zitterndenFransen abschütteln, welche ihre Augen verhüllten, ehe sie wiederzu ihm emporblicken konnte.
„Glauben Sie denn nicht, daß ich, so lange ich mich Ihnenverlobt wußte, schon genug erduldet habe; halten Sie noch engereBande für nothwendig, um das Maaß meiner Leiden vollzufüllcn?"