Druckschrift 
7 (1842) Lionel Lincoln, oder die Belagerung von Boston : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
Entstehung
Seite
310
Einzelbild herunterladen
 

310

der Kauf des Ganzen zu theuer kommen würde — nein, Lionel,blicken Sie nicht so ernsthaft, ich stehe Sie darum! Gewiß, ge-wiß, Sie glauben nicht, daß ich leichtsinnig von einer Schlachtsprechen könnte, die Sie beinahe das Leben, und — und — meinGlück gekostet hatte."

„Fahren Sie fort," rief Lionel, und augenblicklich die Wolkevon seiner Stirne verscheuchend, lächelte er zärtlich auf das lieb-liche Wesen herab; „ich bewundere Ihre Kasuistik und ehre IhrGefühl, kann aber ebenfalls Ihren Beweis bestreiten."

Durch sein Benehmen wieder beruhigt, fuhr sie nach einemAugenblick der tiefsten Bewegung weiter fort:

„Aber denken wir uns auch, die Hügel sehen inSgesammt er-obert und der amerikanische General Washington, der, wenn auchNichts als ein Nebell, jedenfalls ein sehr achtungswerther Mannist, sey mit seinem Heere in das Land zurückgetrieben, so hoffe ichdoch: dieß Alles wird wohl ohne den Beistand der Weiber geschehenkönnen! Oder sollte Howe, worauf Sie hindeuten, seine Streit-kräfte zurückziehen, wird er nicht die Stadt hinter sich lassen? Inbeiden Fällen würde ich ruhig da bleiben, wo ich bin; sicher ineiner brittischen Garnison, oder noch sicherer unter meinen Landsleuten."

„Cäcilie, Sie kennen eben so wenig die Gefahren, wie dierohe Gesetzlosigkeit des Kriegs! Wenn Howe den Platz auch räu-men sollte, so würde es, glauben Sie mir, doch nur auf kurzeZeit geschehen; denn die Minister werden nie eine Stadt, welchewie diese so lange ihrer Macht getrotzt hat, an Männer über-lassen, die sich gegen ihren gesetzmäßigen Fürsten in Waffen er-hoben haben."

„Sie habe» sonderbarer Weise die letzten sechs Monate ver-gessen, Lionel, sonst würden Sie mich nicht der Nnbekanntschaftmit dem Elend beschuldigen, das der Krieg über uns verhängenkann." —

„Tausend Dank für das freundliche Geständnis, wie für diesen