innersten Gefühle gezogen hatte, leise zu lüften und durste nun freiund ungehindert in einem Herzen lesen, dessen Unschuld und Wahr-heit selbst eine schwierigere Untersuchung belohnt haben würde.
Als die Gesellschaft aus ver Kirche znrückkehrte, eilten Cäcilieund Agnes unverzüglich ans das Zimmer der Kranken und ließenLionel in dem kleinen getäfelten Besuchzimmer ganz allein, d»Polwarth mit Hülfe des Renners nach seiner eigenen Wohnungsich verfügt hatte. Der junge Mann schritt, in tiefen Gedankenüber die Scene/ die er vor der Kirche mit angesehen hatte, einigeMinute» lang im Zimmer ans und ab; dann und wann warf erdabei einen leeren Blick auf die phantastischen Verzierungen derWände, unter denen die Hauptfigur seines eigenen Wappenschildesso häufig und in so rühmlicher Nachbarschaft zn sehen war. End-lich hörte er leichte Fußtritte nahen, die nun seinem Ohr zu ver-traut geworden waren, um mißverstanden zu werden, und im nächstenAugenblick stand Miß Dynevor vor ihm.
„Mrs. Lechmere!" sagte er, indem er sie zu einem der Ruhe-betten führte und sich an ihrer Seite niederließ; „Sie fanden siebesser, wie ich hoffe?"
„So wohl, daß sie heute Morgen eine Zusammenkunft mitIhrem eigenen furchtbaren Selbst zu wagen beabsichtigt. In derThat, Lionel, Sie haben allen Grund, für den innigen Antheik,den meine Großmutter an Ihrem Wohlergehen nimmt, dankbar zuseyn! So krank sie auch war, so haben doch ihre Nachfragen nachIhrem Befinden niemals aufgehört und ich habe selbst gesehen, wiesie dem Arzte jede Antwort auf die Fragen über ihren eigenenkritischen Zustand verweigerte, bis er sie in ihrer Besorgniß umSie beruhigt hatte."
Während Cäcilie also sprach, traten ihr Thränen in die Augenund tiefere Rötbe bedeckte ihre Züge.
„So sind Sie es demnach, der ich einen großen Theil meinesDankes schulde," antwortete Lionel; „denn indem Sie mir erlaubten.