266
doch einmal wieder aus wie früher, und wir werden nun nocheinmal wie sonst zusammen leben. Ja, ja, Sir — es wirdschon gehen — schon jetzt wird's gehen. Es ist doch ein Wundervon einem Mann, der große Londoner Chirurg! und nun kehrenwir nach Soho zurück und leben als Privatleute. Danken wirGott, Sir, danken wir Gott! Sie lächeln wieder und ich hoffe,wenn irgend Etwas schief gehen sollte, werden Sie bald wiedernn Stande seyn, mir einen jener Blicke znkommen zu lassen, woranich so gewöhnt war und die mir alles Blut aus dem Herzen trei-ben, wenn ich weiß, daß ich vergeßlich gewesen bin!"
Der arme Bursche, der in langem Dienst große Anhänglich-keit für seinen Herrn gewonnen hatte, welche durch seine nunmeh-rige Sorgfalt als Krankenwärter noch bedeutend vermehrt wordenwar, sah sich genothigt, mit seinen unzusammenhängendcn Freuden-Lezeugungen inne zu halten, da er in der That in einen Stromvon Thränen ausbrach. Lionel war zu sehr von diesem Beweiseseiner Theilnahme gerührt, um die Unterredung fortznsetzen; erschwieg mehrere Minmen lang und versuchte während dieser Zeit,von dem schluchzenden Diener unterstützt, einige Kleidungsstücke an-zulegen; dann wickelte er seinen Schlafrock fester um, nnd erhobsich, auf die Schulter seines Dieners gelehnt, von seinem Lager,worauf er sich in eben dem Stuhle, welchen der Andere verlassenhatte, sicher und bequem niedcrsetztc.
„Gnt, Meriton, es ist schon recht," sagte Lionel mit eineintiefen Seufzer, als ob er seinen Athem gehemmt fühlte; „'s istschon gut, närrischer Bursche; ich hoffe, ich werde leben, um Dirnoch manchen Verweis und auch noch einige Guineen gebenzu können. — Ich bin geschossen worden, so viel ich weiß — —"
„Geschossen, Sir!" unterbrach ihn der Diener; — „Siesind geradezu und gegen alles Gesetz ermordet worden! Zuerstwurden Sie geschossen, dann mit dem Bajonct getroffen und dann— setzte ein Haufen Reiter über Sie weg. — Ich habe das von