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kein schlimmerer Beweggrund als Geiz hätte je mein Verderbenverursacht!"
Lionel glaubte, seine Tante werfe einen unruhigen und ver-wirrten Blick ans ihre Gefährtin, dem er einen Ansdruck beilegte,welcher ihm verrieth, daß selbst zwischen diesen sonderbaren VertrautenGeheimnisse obwalteten; doch die augenblickliche Ileberraschung, diesich in ihren Zügen malte, verschwand bald vor jenem Blicke strenger,bewachter Förmlichkeit, der sie für gewöhnlich charakterisirte, undsie antwortete mit einer Kälte, als ob sic jeden Versuch eines Aner-kenntnisses ihrer gemeinsamen llebertretungen zurückweisen wollte:
„Das Weib schwatzt, als wäre sie nicht bei sich! Was fürein anderes Verbrechen hat sie begangen, als denen unsere Naturüberhaupt unterworfen ist?"
„Wahr, wahr," sagte Abigail Pray mit einem halbunterdrück-ten hysterischen Lachen — „'s ist unsere sündige Natur, wie Siesagen. Aber ich werde nervenschwach, glaube ich, so wie ich altund schwach werde, Madame Lechmere, und vergesse mich oft selbst.Der Blick auf's Grab, das mir so nahe steht, vermag wohl Gedankender Reue selbst in Solchen hervorzurusen, die noch viel abgehärteter,als ich sind."
„Thörichtes Kind!" sagte Mrs. Lechmere, und suchte ihrebleichen Züge zu verbergen, indem sie mit zitternder Hand — einZeichen mehr des Schreckens als der Altersschwäche, ihren großenHut herabzog, „wie kannst Du so frei vom Tode sprechen, da Dunoch ein Kind bist?"
Lionel hörte die bebende, hohle Stimme seiner Tante, wie sieihr in der Brust zu ersterbe» schien, aber nichts weiter war deutlichzu vernehmen, bis sie nach einer langen Pause ihr Antlitz wiedererhob und mit strengem, unbeugsamem Auge um sich blickend fortfuhr:
„Genug dieser Thorheit, Abigail Pray! — Ich bin gekommen,um von Eurem sonderbaren Hausgenossen ein Mehreres zu hören —"
„O, 's ist nicht genug, Madame Lechmere," unterbrach sie das