Druckschrift 
6 (1835)
Entstehung
Seite
71
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Miene zu habt» , daß ich weder die Farbe wechselnnoch mit einem Muskel zucken würde, wenn ich dasgrößte Unglück vernähme, das mich treffen könnte.Und so vcrrieth ich auch nichts von den Empfindun-gen, welche diese Anzeige in mir erregte, sondernstellte mich im Gcgentheil eben so unwissend, wieLady Glanville, und half ihr vcrmuthen und rathen,bis sle sich meines dermaligcn Verhältnisses in derFamilie erinnerte und mich mit Ellen allein ließ.

Wie kommt es, daß ein 'lew-ä-«sw von Lie-benden für die Welt zu uninteressant ist, da dochkaum Ein Wesen in ihr ist, das nicht geliebt hat?Die Schilderungen jedes andern Gefühls sprechenuns alle an; die Schilderungen der Liehe ermüdenuns und sind uns lästig. Aber das Zusammenseyndieses Morgens glich keineswegs jenen köstlichenBegegnungen, welche die Geschichte der Liebe indieser Periode ihres Daseyns so oft schildert. Ichkonnte mich nicht einem Glücke hingeben, das einAugenblick zerstören konnte, und obwohl ich meineAngst und Kälte vor Ellen verhehlte, däuchte es mirdoch ei» Verbrechen, mir auch nur den Schein vonWonne zu gestatten, so lang noch Reginald allein imGefängnis; saß, so lang die Anklage des Mords nochnicht abgewiesen und die Wahrscheinlichkeit seinerVerurtheilnng noch unvermindert war.

Die Glocke hatte vier Uhr geschlagen, als ichEllen verließ und ohne in mein Hotel zurückzukchren>