verdankt, sondern auch eine schwere Schuld der Dankbarkeit vonseinem Vorfahren geerbt hat. Der Stein soll auf Euer Grabkommen."
Der alte Mann streckte die magere Hand aus und schütteltesie dankbar dem Andern.
„Ich dachte wohl, daß Ihr es gern thun würdet, aber ichmochte Euch nicht um die Gunst bitten," sagte er, „da Ihr dochnicht von meinem Blute sehd. Setzt aber keine prahlerischen Worted'rauf, sondern nur den Namen, das Alter und die Zeit meinesTodes, mit einem Spruch aus der heiligen Schrift. Weiter nichts,weiter nichts. Dann wird doch mein Name nicht ganz auf der Erdeverloren sehn; weiter verlange ich aber nichts, gar nichts."
Middleton wiederholte ihm, wie er zu Allem bereit sey, unddann folgte eine Pause, welche nur durch einzelne Reden des Ster-benden, die ohne Zusammenhang herauskamen, unterbrochen wurde.Er schien jetzt seine Rechnung mit der Welt abgeschlossen zu habenund nur auf den letzten Ruf zu warten, um sie ganz zu verlassen.Middleton und Hart-Herz setzten sich ihm gegenüber auf denselbenSitz und bewachten mit trüber Emsigkeit die Veränderungen seinerGestchtszüge. Zwei Stunden lang war keine merkliche Verwand-lung. In seinen ausgelebten Züge» drückte sich noch immer einewürdige Ruhe aus. Von Zeit zu Zeit sprach er einige Worte;bald war'S eine Lehre, ein Rath, eine kurze Weisung; bald waren'Seinfache Fragen über die, an deren Schicksal er noch immer einefreundliche Theilnahme zeigte. Während dieser ganzen feierlichenund ängstlichen Zeit verharrte Jeder aus dem Stamme an seinemPlatze mit der größten Geduld. Sobald der Alte sprgch, neigteJeder den Kopf, um zu horchen, und wenn er ausgesprochen, schienJeder die Weisheit und den Nutzen der Worte zu erwägen.
Als das Lämpchen sich immer mehr dem Erlöschen näherte,verhallte seine Stimme, und es gab Momente, wo die um ihnStehenden zweifelten, ob er noch zu den Lebenden gehöre. Middleton,