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„Mag ihm Gott der Herr seine Sünden vergeben, wie ichihm seine schwerste Vergehung gegen mich verzeihe," antworteteder Vater mit Ruhe. „Du, Weib, geh' nach Hause auf de» Felsen,lies in Deiner Bibel; ein Kapitel aus der Bibel thut Dir immergut. Dn kannst lesen, Esther; dies ist ein Vorzug, den ich niegehabt habe."
„Ja, ja," murmelte die Frau, seiner Nebermacht nachgebend,und sich von ihm, nicht ohne kräftigen Widerstand, vom Platzefortziehen lastend.
„Ja, ja, ich kann lesen, und wie habe ich mir diese Kenntnißzu Nutze gemacht! Aber er, Jsmacl, er hat nicht die Sünde einesversäumten Unterrichts zu verantworten. Tuest Sünde wenigstenshaben wir ihm erspart; ob aus Mitleid oder Grausamkeit, willich nicht entscheiden."
Ihr Mann gab keine Antwort auf den Vorwurf, und be-gnügte sich, sic nach dem Ort ihres zeitigen Aufenthalts mit sichfortzuziehen. Als sie nun endlich die Höhe derjenigen Erdwelleerreicht hatten, welche, wie sie wußten, die letzte war, von der siedie Lage des Grabes, worin Asa schlief, entdecken konnten, strebtensie Alle, als geschähe es mit Uebercinstimmung und Verabredung,dem Abgeschiedenen und dem Orte ei» letztes Lebewohl zu sagen.Der Grabhügel selbst war nicht sichtbar, aber die Wolke der umdenselben flatternden Vögel machte ihn kenntlich. Ans der ent-gegengesetzten Richtung, am Saume des Horizonts, schien ihnender blane, kleine, niedrige Hügel entgegen, wo Esther ihre jüngerenKinder zurückgelaffen hatte. Er diente ihr als anziehende Kraft,,ihre widerstrebenden Schritte von der Gegend abznziehen, wo dieGebeine ihres ältesten Sohnes verscharrt lagen. Die Natur regtesich im Busen der Mutter bei diesem Anblick; sie fühlte sich vonNeuem belebt, und trug nun die Rechte des Todten auf die dringen-deren Ansprüche der Lebenden über.
Obige Ereignisse und Auftritte schlugen aus den harten