aber auf das Geheiß der Mutter los, und trieben sic mit der ge-wöhnlichen Hetzstimme an. Da schien es aber, als hielte den alternHund etwas Außerordentliches zurück, irgend ein geheimes Gefühloder die Erfahrung, die ihm zu rasche Unternehmungen untersagte.Als er nämlich nur noch einige Ruthen vom Rande des nieder»Gebüsches entfernt war, hielt er plötzlich im Laufe an, blieb stehen,zitterte an allen Gliedern und schien eben so unfähig, vorwärtsals rückwärts zu gehen. Er achtete nicht ans das Antreiben derJünglinge, und beantwortete es nur durch Heulen und Winseln.Eine Minute lang zeigte sich der junge Hund ebenfalls stutzig:allein, weniger erfahren oder leichter gereizt, ließ er sich endlichbewegen, weiter vorzugehen und endlich in das Gebüsch zu dringen.Jetzt aber vernahm man ein ängstliches, erschrockenes Geheul, undin der nächsten Minute brach er aus dem Dickicht hervor, und fingan die Stelle zu umkreisen, gerade wie vorhin, und eben so wildund unstät.
„Habe ich einen Mann unter meinen Söhnen?" fragte dieerhitzte Esther. Gebt mir ein besseres Gewehr, als meine Kinder-flinte, und ich will Euch zeigen, was ein Grenzweib vermag!"
„Bleibt, Mutter," riefen jetzt Abncr und Enoch; „wollt Ihrdas Geschöpf sehen, so wollen wir es Euch heraustreibcn."
So pflegten die Söhne immer zu sprechen, nicht mehr undnicht weniger, selbst bei wichtigeren Veranlassungen. Hatten sieaber einmal die Redensart gebraucht und ein Versprechen in diesenWorten von sich gegeben, so galt es für eine Bürgschaft, die sieum Alles in der Welt nicht würden ungelösct gelassen haben. Siesetzten nun mit großer Sorgfalt ihre Massen in Bereitschaft, undrückten in das Strauchwerk ein. — Nerven von Jünglingen, welcheweniger abgehärtet sind, als die unserer Grenzbewohner, würdenvor den Gefahren des Unternehmens gezuckt und gezittert haben;denn je weiter diese vvrdrangen, desto kläglicher und bedenklichertönte das Geheul der Hunde. Die Geier und Bußaare umflatterten