Der Wildstellcr ließ seinen Gefährten kaum Zeit zu zaudern;Beide riß er mit sich, nieder, und begrub sich tief im Dunst derHaide, während er sprach. Es war glücklich, daß die Sinne desalten Jägers so scharf geblieben, und daß dem schnellen Entschlußdie Ausführung auch eben so schnell bei ihm folgte. Kaumlagen die Drei im Grund, als ihre Ohren einen Grnß be-kamen von wohlbekannte», scharfen, vaterländischen Flintenschüssen,und gleich darauf psiff das Blei in gefährlicher Nähe über ihreKöpfe hinweg.
„Wohlgethan, ihr jungen Zweige, wohlgethan, alter Stamm!"flüsterte Paul, dessen Muthwille in keiner noch so gefährlichenLage erstarb. „Eine so lustige Flintenmusik, wie nur ein Menschsie wünschen kann. Aufgepaßt, Wildsteller! Hier möchte es leichteinen dreifachen Krieg geben. Soll ich ihnen ihre Spendagezurückschicken?"
„Nichts, als gute Worte," erwiederte der Andre hastig, „oderIhr seyd Beide verloren."
„Weiß doch wahrhaftig nicht, ob's besser würde, wenn ich,statt mit der Flinte, mit der Zunge redete," sagte Paul, halblustig, halb bitter.
„Um Himmels Willen, verrathe Dich nicht," rief Ellen. „Geh',Paul, geh'. Du kommst noch leicht fort!"
Mehrere Schüsse folgten kurz aufeinander, jeder immer näherals der vorhergehende. Ihr Gespräch erstarb wohl eben ausVorsicht, wie aus Furcht.
„Das geht nicht länger!" sagte endlich der Wildsteller, mitWürde aufstehend; ein ernster Entschluß sprach sich in seinen Mie-nen aus. „Ich weiß nicht, Kinder, warum Ihr die fürchten müßt,die Ihr Beide lieben und ehren solltet; aber es muß etwas gesche-hen, um Euch zu retten. Wenig Stunden mehr oder wenigerschlagen bei Einem, der schon so viele Tage verlebt, wenigan. Darum will ich vor. Ihr, bleibt! Hier ist ein guter Platz