Druckschrift 
3 (1842) Die Ansiedler an den Quellen des Susquehanna : ein Zeitgemälde
Entstehung
Seite
377
Einzelbild herunterladen
 

377

daß sie ihren einzigen Erdenfrcnnd verloren; und doch ihat erdich, weil er seine Pflicht wegen häuslichen NothstandcS nichtverabsäumen mochte. Ach, wie schwer muß es sehn, AnderenTrost zu bringen, wenn das eigene Herz vor Kummer brechen will!"

Aber es ist jetzt doch Alles vorüber! Ihres Vaters Ein-kommen muß nun seinen Bedürfnissen entsprechen, es muß essoll-"

Ja," entgcgnete Luise, indem sie das Haupt sinken ließ, umdie Thräncn zu verbergen, die trotz ihres ergebungsvvllen Sinnesihre» Augen entströmten;denn es ist Niemand übrig geblieben,den er zu ernähren hätte, als ich."

Die Wendung, welche das Gespräch genommen, hatte alleanderen Gedanken, als die einer heiligen Rührung, aus den Ge-müthcrn der jungen Mädchen verscheucht, und Elisabeth schloß ihreFreundin in ihre Arme, als diese ihrem Schmerz durch ei» hör-bares Schluchzen Luft machte. Nachdem sich dieser Gefühlsaus-bruch beschwichtigt hatte, erhob Luise ihr sanftes Antlitz, und siesetzten schweigend ihren Spaziergang fort.

Sie hatten indessen die Spitze des Berges erreicht, wo sicdie Straße verließen und unter dem Schatten der stattlichenBäume weiter gingen. Der Tag war warm, und die Mädchenvertieften sich immer mehr in den Wald, da die belebende Kühledes Dickichts in einem angenehmen Gegensätze zu der Hitze stand,welcher sie beim Bcrganstcigen ausgesetzt gewesen waren. DieUnterhaltung beschränkte sich als geschehe cs in Folge wechselsei-tiger Uebereinkunft ganz auf das, waö ihnen ihr Spaziergangbot, und jede hohe Fichte, jedes Gebüsch, oder allenfalls eineBlume entlockte ihnen irgend einen einfachen Ausdruck der Be-wunderung.

In dieser Weise wandelten sie am Felsenrandc hin, indem siegelegentlich Blicke nach der ruhigen Fläche des Otsego warfen,oder inne hielten, um auf das Raffeln der Räder und die Schläge