Wange stahl und ihre leuchtenden Augen mit einer Weichheitübergoß, welche gewöhnlich bei ihr nicht zu finden war.
„Haben Sie schlimme Nachrichten erhalten, Miß Temple?"fragte er mit einer Theilnahmc, welche Luise Grant vcranlaßte,mit einer Raschheit, über welche sic selbst crröthete, ihr Antlitz vonihrer Arbeit zu erheben. „Ich würde gerne Ihrem Vater meineDienste anbieten, wenn er, wie ich vermuthe, an irgend einemfernen Orte eines Agenten bedarf, sobald ich hoffen dürfte, daß cSzu Ihrer Beruhigung beitrüge."
„Wir haben allerdings schlimme Kunde vernommen," versetzteElisabeth, „und mein Vater wird wohl für eine Weile die Heimathverlassen müssen, wenn ich ihn nicht überreden kann, das Geschäftmeinem Vetter Richard anznvertranen, obgleich auch sc in er Abreiseaus dem Bezirke dermalen Hindernisse im Weg stehen dürften."
Der Jüngling schwieg eine Weile und das Blut stieg langsamnach seinen Schläfen, während er fortfuhr:
„Wenn das Geschäft von der Art wäre, daß ich cs ansführenkönnte — —"
„ES ist ein solches, daß es nur Jemanden, den wir kennen —nämlich Einem von den Unsrigen anvcrtrant werden kann."
„Ich hoffe, daß Sie mich kennen. Miß Temple," fügte er miteiner Wärme bei, die er selten an Tag legte, die aber doch beiihren früheren Mittheilungen nicht ganz ohne Vorgang war. „Habeich fünf Monate unter ihrem Dache geweilt, um nur als ein Fremderbetrachtet werden zu können?"
Elisabeth war gleichfalls mit ihrer Nadel beschäftigt, und siebeugte ihr Haupt zur Seite, indem sie that, als ob sie ihr Nähzeugordne; aber ihre Hand bebte, ihr Antlitz erglühte, und ihre Angenverloren ihre Feuchtigkeit in einem Ausdrucke nnuntcrdrückbarerTheilnahme, als sie erwiederte:
„Aber wie viel wissen wir von Ihnen, Herr Edwards?"
„Wie viel?" wiederholte der Jüngling, indem er von der