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Gewöhnlich wurden dabei Toaste getrunken und hin undwieder versuchte einer, der von der Natur vorzugsweise mit Witzbedacht zu sehn vermeinte, seine Dankgefühle in Phrasen auSzn-drücken, wie znm Beispiel: „Er hoffe, daß der Festgeber es weiterbringen möge, als sein Vater," oder „er möge leben, bis alleseine Freunde ihm den Tod wünschten;" während sich die beschei-deneren Zechgenossen begnügten, mit gravitätischem Ernste auf „gutGlück," oder einen anderen gleich kurzen und inhaltsreichen Wunschzu trinken. Stets wurde aber der invalide Wirth aufgefordert,die Sitte der königlichen Mundschenke nachzuahmen und das Glas,welches er präsentirte, vorher zu kosten — eine Aufforderung,welcher er gewöhnlich dadurch willfahrte, daß er seine Lippen be-netzte, nachdem er zuvor den Toast: „was wir hoffen" ausgebrachthatte, bei welch' kläglichem Ausweg es dem Gutdünken der Gästeüberlassen blieb, den umfassenden Wunsch nach eigenem Sinnezu deuten. Während dieses Treibens war die Wirthin emsig be-schäftigt, eigenhändig die von ihren Kunden verlangten Getränkezu mischen, wobei sic hin und wieder einen der Dorfbewohner,welcher sich dem Verschlage näherte, grüßte und sich nach demBefinden seiner Familie erkundigte.
Als endlich der Durst der Gäste einigermaßen gestillt war,gewann das Gespräch einen mehr allgemeinen Charakter, wie ergerade für die Stunde paßte. Der Arzt nebst seinem Gefährten,einem der zwei Advokaten des Dorfes — die man am meisten fürgeeignet hielt, das Wort zu führen, waren die Hauptsprecher, ob-gleich sich auch hin und wieder Herr Doolittle, welchen man nurin dem beneidenswerthen Punkte der Erziehung als Jenen nach-stehend betrachtete, eine Bemerkung erlaubte. Ein allgemeinesStillschweigen trat ein, als der Nechtsgelehrte folgendermaßen begann:
„Dem Vernehmen nach, Doctor Todd, habt Ihr diesen Abendeine wichtige Operation vorgenommcn, indem Ihr LederstrumpfsSohne einen Hirschposten aus der Schulter schnittet?"
Die Ansiedler. 42