137
übernahm, während, dem Letzter» das Amt anhcimfiel, den mate-rielleren Theil, nämlich das Banwesen selbst, zu leiten.
Richard nahm seines Vortheils wahr, und entschloß sich ganzin der Stille, als ersten entschiedenen Schritt znr Durchführungseiner Wünsche, die Fenster im römischen Style construiren zu lassen.Da das Gebäude in Backsteinen aufgeführt wurde, so konnte erseinen Plan verhehlen, bis der Augenblick kam, wo die Rahmeneingesetzt werden sollten. Nun wurde es aber in der That nöthigzu handeln. Er theilte mit großer Behutsamkeit Hiram seine Ab-sicht mit, ohne jedoch ans den spirituellen Theil derselben einzugehen,indem er der Sache blos von Seite der architektonischen Schönheitmit Wärme das Wort redete. Hiram hörte ihm geduldig zu, ohnesich eine Gegenrede zu erlauben — ein Umstand, der Herrn Jonesüber die wahren Ansichten seines Gegners hinsichtlich dieses wichti-gen Gegenstandes ganz im Unklaren ließ. Da indeß die Entwertungdes Planes ausdrücklich Richard zugewiesen war, so durfte natürlichkeine Einsprache dagegen statthaben, obgleich ihm bei der Ausfüh-rung zahllose, unerwartete Hindernisse in den Weg gelegt wurden.Das erste bestand in der Seltenheit des rechten Materials, dessenman für die Fensterrahmen bedurfte, wogegen jedoch augenblicklichdadurch abgeholfen wurde, daß Richard ihre Länge um zwei Fußverkürzte. Dann kam der Kostenpunkt zur Sprache; aber er erin-nerte Hiram an die Kaffen seines Vetters, denen er als Schatz-meister Vorstand, — eine Andeutnng, die das gehörige Gewichtübte; und so nahm denn nach einer stummen und in die Längegezogenen, wiewohl fruchtlosen Opposition, das Werk seinen Fort-gang nach dem ursprünglichen Plane.
Eine weitere Schwierigkeit veranlaßte der Thurm, welchenRichard nach dem Modell eines der kleineren Thürme, welche diegroße Londoner Kathedrale zieren, erbaut haben wollte. DieNachahmung sah allerdings etwas verkrüppelt aus, da man cS mitden Proportionen nicht sehr genau genommen; aber nach vielen