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1 (1841) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
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angebornem Zartgefühl alle ihre Gedanken nur auf das Leichen-begängnis des fremden Mädchens zu richten.

Einer der älteren Häuptlinge gab den Frauen ein Zeichen, diein der Nähe van Cora's Leiche standen. Dem Winke gehorchend,erhoben die Mädchen die Bahre zu der Höhe ihrer Häupter undschritten langsam und regelmäßig vorwärts, einen zweiten Klag-gesang zum Preise der Verstorbenen anstimmend. Gamnt, welcherihre ihm so heidnisch dünkenden Gebräuche beobachtet hatte, beugtejetzt sein Haupt über die Schulter des besinnungslosen Vaters undflüsterte:

Sie nehmen die Ncberreste deines Kindes auf: wollen wirnicht ihnen folgen und auf ein christliches Begräbnis bedacht scyn?"

Munro fuhr auf, als hätte die letzte Posaune in sein Ohrgeklungen und warf einen hastigen, ängstlichen Blick um sich her;dann erhob er sich und folgte dem einfachen Zuge mit der Mieneeines Soldaten, aber mit dem ganzen Gewichte des Vaterschmerzes.Seine Freunde drängten sich mit einem Ausdrucke des Kummersum ihn her, der zu stark war, um Mitgefühl genannt zu werden.Selbst der junge Franzose schloß sich an, offenbar lebhaft ergriffenvon dem frühen und traurigen Ende eines so liebenswürdigen We-sens. Als aber die letzten und niedrigsten Weiber des Stammesdem anscheinend regellosen und doch geordneten Zuge sich angereihthatten, schloffen die Männer der Lenapen den Kreis um UncaS'Leiche wieder so ernst, so würdevoll, so regungslos wie zuvor.

Die Stelle, welche sie zu Cora's Grab gewählt hatten, warein kleiner Hügel, wo ein Kreis junger, gesunder Fichten Wurzelgefaßt hatte, deren Schatten nur ein melancholisches, so wohl ge-eignetes Dämmerlicht gestattete. An dem Platze angekommen,setzten die Mädchen ihre Last nieder und warteten mit der ihnencigenthümlichen Geduld und mit angeborucr Schüchternheit aufirgend ein Zeichen der Zustimmung von Denen, deren Gefühle beidiesen Anordnungen am meisten betheiligt waren. Endlich sprach