Uncas, der ihn vergeblich in dem Gewühls gesucht hatte,stürzte fort, ihn zu verfolgen; Hawk-eye, Heyward und Davidflogen ihm nach. Alles aber, was der Kundschafter thun konnte,war, daß er die Mündung seiner Büchse seinem Freunde vorhielt,dem sie übrigens alle Dienste eines Zauberschildes leistete. Einmalwar es, als wollte Magna eine zweite und letzte Anstrengungmachen, seine Verluste zu rächen; allein er gab den kaum gefaßtenVorsatz wieder aus, sprang in ein Dickicht von Gebüschen, gefolgtvon seinen Feinden, und schlüpfte plötzlich in die Höhle, die unsereLeser bereits kennen. Hawk-eye, welcher bisher nur aus Zärtlich-keit für Uncas nicht gefeuert hatte, erhob jetzt ein Siegsgeschreiund erklärte laut, daß ihr Opfer ihnen jetzt gewiß sey. Die Ver-folger stürzten in den langen und engen Gang, noch zeitig genug,um einen flüchtigen Schein von den forteilenden Huronen zuerhaschen. Während sie durch die natürlichen Gänge und unter-irdischen Gemächer der Höhle stürmten, flohen unter Geschrei undGeheul Hunderte von Weibern und Kindern vor ihnen her. DerOrt glich in dem ungewissen Dämmerlichte den Schatten-Regionender Unterwelt, durch welche Schaaren unseliger Geister und wilderDämonen durcheinander jagten.
Immer aber hielt Uncas, als ob das Leben für ihn nur nochEine Aufgabe hätte, sein Auge auf Magna gerichtet. Heywardund der Kundschafter blieben ihm auf der Ferse, von demselbenGefühle, wenn auch vielleicht nicht in gleich hohem Grade beseelt.Ihr Weg aber wurde in den düsteren, finsteren Gängen sehr mühe-voll: seltener und minder deutlich zeigten sich ihnen die fliehendenKrieger und für einen Augenblick glaubten sie sogar die Spurderselben verloren, als an dem fernen Ende eines Ganges, der aufden Berg zu führen schien, ein weißes flatterndes Kleid sicht-bar wurde.
„Es ist Cora!" rief Heyward in einem Tone, in welchem sichEntsetzen und Freude seltsam mischten.