Druckschrift 
1 (1841) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
Entstehung
Seite
315
Einzelbild herunterladen
 

Es ist eher Freude, als Arbeit für den Geist, die Stimmezum Lob zu erheben; aber diese Jungen mißbrauchen ihre Gabenauf eine traurige Weise; selten habe ich Knaben ihres Alters ge-funden, welche die Natur so freigebig mit der Anlage znm Psalm-gesang beschenkt hätte : und gleichwohl vernachlässigt sie Niemandmehr. Drei Nächte Hab' ich hier verweilt, und zu drei verschiede-nen Malen die Unholde zu einem heiligen Gesang versammeln wol-len, und eben so oft haben sie meine Bemühungen mit einem Geheulund Geschrei erwicdert, daß es mir das Herz dnrchschnitt."

Von wem sprechet Ihr?"

Von den Teufelskindern dort, welche die kostbare Zeit mitso eiteln Possen vergeuden. Ach, der heilsame Zwang der Kinder-zucht ist bei diesem sich selbst dahingegebenen Volke wenig bekannt.In diesen: Lande der Birken sieht man keine Ruthe: und essollte Einen nicht Wunder nehmen, daß die kostbarsten Segnungendes Himmels zu solchen Mißtönen verschwendet werden."

David hielt sich die Hände vor die Ohren gegen das schrilleGeheul der jungen Horde, das den ganzen Wald erfüllte, Duucanaber verzog die Lippe zu einem Lächeln, als spotte er über seineneignen Aberglauben, und sprach dann mit festem Tone:

Wir wollen weiter gehen."

Ohne die Schutzmittel von den Ohren zu entfernen, willfahrteder Singmeistcr, und üe verfolgten zusammen ihren Weg nach denZelten der Philister, wie David sich zuweilen auszudrücken liebte.