„Der Himmel bewahre uns vor solch einem Jrrthnm!" riefDnncan. „Wir wollen zurück und mit schärferen Blicken suchen.Hat Nncas in solcher Noth keinen Rath zu ertheilen?"
Der junge Mohikaner warf einen Blick ans seinen Vater,schwieg aber mit der vorigen Miene der Ruhe und Zurückhaltungstill. Chingachgook hatte dieß bemerkt und winkte ihm mit derHand, zu sprechen. Kaum war die Erlaubniß erthcilt, so ging dieernste Ruhe des Jünglings in einen Ausdruck der Freude und desScharfsinns über. Mit der Geschwindigkeit eines Wildes lief ereine kleine Anhöhe hinan, die sich kaum vor ihnen erhob, und bliebfrohlockend über einer Spur frisch aufgewühlter Erde stehen, dievon dem Tritt eines beschwerten ThierS herzurühren schien. AllerAugen folgten der unerwarteten Bewegung und lasen in der trinm-phirenden Miene des Jünglings den glücklichen Erfolg seinerForschung.
„Das ist 'ne Spur!" rief der Kundschafter, auf den Ort vor-tretend; „der Junge ist schnell von Blick und kühn für sein Alter!"
„Es ist sonderbar," murmelte Duncan zur Seite, „daß er mitseiner Entdeckung so lange an sich gehalten hat."
„Es wäre noch mehr zu verwundern gewesen, wenn er unauf-gefordert gesprochen hätte. Nein, nein; ein Junge bei euch Weißen,der seine Weisheit aus den-Büchern schöpft, und sein Wissen nachden Seiten eines Buches mißt, mag sich einbildcn, daß er mit demKopfe, wie mit den Beinen seinen Vater überhole: aber hier, wo eSauf Erfahrung ankommt, lernt der Schüler den Werth der Jahreschätzen und achtet sie demgemäß."
„Seht!" sprach Uncas, nach Norden und Süden auf die deut-lichen Zeichen einer starken Fährte zu beiden Seiten deutend; „dasschwarze Haar ist hier dem Froste zu gegangen."
„Kein Spürhund hat je eine schönere Fährte gefunden," ver-setzte der Kundschafter, plötzlich auf dem angedeuteten Wege vor-wärts eilend; „der Himmel ist uns günstig, sehr günstig, und wirDer letzte Mohikan. 13