Druckschrift 
1 (1841) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
Entstehung
Seite
243
Einzelbild herunterladen
 

243

milderte, war verschwunden, und der Nordwind brauste sv scharf undungestüm über die Wasserfläche, daß weder dem Auge, noch derEinbildungskraft etwas blieb, mit dem sie sich gerne hätten beschäf-tigen können. Das ungestüme Element hatte das Grün der Ebeneso verdorren lassen, als wenn ein verzehrender Blitzstrahl darüberhingefahren wäre. Hier und da erhoben sich dunkelgrüne Stellen,inmitten der Verödung, als wollten sie die künftige Fruchtbarkeitdeö mit Mcnschcnblnt getränkten Bodens verkündigen.

Die ganze Landschaft, welche bei günstiger Beleuchtung undTemperatur so lieblich erschien, glich jetzt einem Bilde des Lebens,wo die Gegenständem« ihren grellsten, aber treuen Farben her-vortreten, doch ohne durch irgend einen Schatten gemildert zu werden.

Wenn aber die vereinzelten, versengten Grashalme sich vorden darüber hinstreichendcn Windstöüen nur furchtsam erheben konnten,so traten dagegen die kühnen Felsenberge in ihrer Nacktheit um sodentlicher hervor, und vergeblich suchte das Auge einen Ruhepnnkt,indem es die nnbegränzte Leere des Himmels, der durch trübe, da-hintrcibendc Ncbelznge dem Blicke verschlossen war, zu dnrchdringensnchte.

Der Wind blies ungleich: bald strich er dicht über dem Bodenhin, als wollte er sein dumpfes Stöhnen in das kalte Ohr derTodten finstern, bald erhob er sich in ein schrilles, klägliches Pfei-fen und fuhr in die Wälder mit einem Ungestüm, welches die Luftmit abgerissenen Blättern und Zweigen erfüllte. Mitten in diesemunnatürlichen Regenschauer kämpften einige hungrige Raben mit demSturm, waren aber nicht sobald über das grüne Wäldermeer, dasunter ihnen flutete, hinweg, als sie aufs neue zu der willkommenen,scheußlichen Mahlzeit niedcrschosscn, die dort ihrer wartete.

Mit einem Wort, es war eine Scene wilder Verödung; undes schien, als hätte der unerbittliche Arm des Todes Alle ergriffen,die sich in seine Nähe wagten. Doch dieser Bann war vorüber:und znm Erstenmale, nachdem die Urheber jener Gräuclthaten, die