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1 (1841) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
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Geschichte, gleich der Liebe, ihre Helden so gern mit einem Heiligen-schein umgibt, so wird wohl die Nachwelt in Louis de Saint Verannur den ritterlichen Vertheidiger seines Vaterlandes erblicken undseine grausame Fühllosigkeit an den Ufern des Oswego und desHorican vergessen. Mit Bedauern über diese Schwäche unsrerSchwcstermnse, treten wir aus ihrem geheiligten Gebiete zurück aufdas Feld unsres eigenen bescheidencrn Berufs.

Der d.itte Tag nach der Uebergabe des Forts ging zu Ende;doch muß der Leser noch etwas an den Ufern des heiligen Seesverweilen. Als wir seine Gewässer zuletzt sahen, waren die Umge-bungen der Festungswerke der Schauplatz der Gewal that und desAufruhrs; jetzt herrschte dort eine Todtcnstille. Die blutbeflecktenSieger waren abgezogen; und ihr Lager, das erst noch vom Jubel-ruf eines siegreichen Heeres ertönt hatte, war nun eine verlasseneHüttenstadt. Die Festung lag in rauchenden Trümmern: verkohltesSparrwerk, Stücke zerrissenen Geschützes, zersprengtes Mauerwerk sahman in verworrener Unordnung auf den Erdwällcn umher zerstreut.

Ein grauenhafter Wechsel war selbst in der Witterung einge-treten. Die Sonne hatte ihre wärmenden Strahlen hinter eineundurchdringliche Duustmaffe verborgen, und Hunderte lebloser mensch-licher Gestalten, welche die glühende Hitze des Augusts geschwärzthatte, erstarrten vor einem Winde, der mit der Strenge des No-vemberfrostes daherstürmte. Die wogenden Nebclwolken, welcheüber die Berge nach Norden zogen, wurden jetzt mit der Wutheines Orkans in einem endlosen, schwarzen Streifen nach Südengetrieben. Der ruhige Spiegel des Horican war dahin: statt seinerpeitschten grüne, ungestüme Fluten die Ufer, als ob sie alle Un-reinigkeit unwillig an den entweihten Strand zurückwerfen wollten.Doch immer noch behielt das weite Becken einen Theil seiner Klar-heit, spiegelte aber nur das düstere Gewölk zurück, das den Himmelüber ihm verdeckte. Die liebliche, feuchte Atmosphäre, welche sonst derLandschaft Reiz verlieh und den Charakter der Wildheit und Strenge