137
klagend, sogar melodisch in ihre» tiefen Kehllauten. Er sprachjetzt von den Weibern und Kindern der Erschlagenen, ihrer Ver-lassenheit, ihren, leiblichen und geistigen Elend, ihrer Entfernung,und dem Unglück, noch nicht gerächt zu seyn. Dann erhob er plötzlichseine Stimme zu furchtbarer Kraft und rief:
„Sind die Huronen Hunde, daß sie Solches ertragen? Wersoll dem Weibe Menowana's sagen, daß die Fische seinen Schädelhaben und sein Volk noch nicht Rache genommen? Wer wagt cs,der Mwter Waffawattinne's, dem stolzen Weibe, mit unblutigenHänden unter die Angen zu treten? Was soll man den altenMännern sagen, wenn sie nach Skalpen fragen, und wir ihnen keinHaar von einem weißen Schopfe vorweiscn können? Die Weiberwerden mit Fingern ans uns deuten. Ein schwarzer Flecken haftetauf dem Namen der Huronen, mit Blut muß er abgewaschen werden!"
Seine Stimme verhallte unter dem Rachcgeschrei, das in dieLüfte erscholl, als ob der Wald, statt der winzigen Rotte, von demganze» Stamme „„gefüllt wäre. Während dieser Anrede konntendie bei dem Erfolge des Redners am meisten Betheiligten in denMienen der Zuhörer die Fortschritte des Redners nur zu deutlicherkennen. Seine Klage und sein Leid hatten diese durch Mitgefühlund Trauer, seine Behauptungen durch Gebcrden der Bekräftigungund sein Nuhmreden mit dem lauten Frohlocken der Wilden be-antwortet. Wenn er von Muth sprach, waren ihre Blicke fest undentsprechend: wenn er aus ihre Verluste anspielte, glühten ihreAugen vor Wnth: als er auf die Schmähungen der Weiber kgm,senkten sie beschämt ihre Häupter; wie er aber aus die Mittel zurBefriedigung ihrer Rache wies, berührte er eine Saite, die nochnie verfehlt hatte, in der Brust eines Indianers wiederzuklingen.Auf den ersten Wink, daß die Schlachtopfer in ihrem Bereichesetzen, sprang die ganze Rotte auf, stieß ein wüthendes Rachegeschreiaus und stürzte mit gezückten Messern und hocherhobenen Tomahawksauf die Gefangenen los. Heyward warf sich zwischen die Schwestern