Druckschrift 
1 (1841) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

120

also an seinen früheren Führer, welcher sich das Ansehen nnd dieMiene eines Mannes gegeben hatte, der die künftigen Bewegungendes Trupps zu leiten habe, und sprach in so freundlichem undvertraulichem Tone, als ihm nur immer möglich war:

»Ich wünschte mit Magua Worte zu sprechen, die nur ein sogroßer Häuptling hören darf."

Der Indianer wandte seine Augen verächtlich auf den jungenKricgsmann und antwortete:

»Sprich! die Bäume haben keine Ohren!"

Aber die rothen Huronen sind nicht taub, und ein Rath, dersich nur für die großen Männer einer Nation eignet, würde diejungen Krieger trunken machen. Wenn Magna nicht hören will,so weiß der Offizier des Königs zu schweigen."

Der Wilde sprach nachlässig mit seinen Kameraden, welche be-schäftigt waren, in ihrer linkischen Weise die Pferde für die beidenSchwestern herzurichten nnd trat ein wenig auf die Seite, , wohiner mit vorsichtiger Geberde Heyward zu folgen winkte.

»Jetzt sprich!" sag'e er, »wenn Deine Worte von der Artsind, daß sic Magua hören kann."

Le Renard Subtil hat sich des ehrenvollen Namens, den ihmseine canadischen Väter gaben, würdig erwiesen," fing Heyward an,»ich erkenne seine Weisheit und Alles, was er für uns gethan hat,und werde es ihm gedenken, wenn die Stunde seiner Belohnungkommt. Ja, Renard hat gezeigt, daß er nicht blos ei» großerHäuptling im Rathe ist, sondern auch weiß, wie er seine Feindehintergehen kann."

Was hat Renard gethan?" fragte ihn kalt der Indianer.

Wie? hat er nicht gesehen, daß die Wälder mit lauerndenFeindeshanfen angefüllt waren, und daß selbst eine Schlange sichnicht ungesehen durchschleichen konnte? Verlor er da nicht denPfad, um die Augen der Huronen z» täuschen? Gab er nicht vor-baß er zu seinem Stamme, der ihn so sehr mißhandelt und wie