110
Hier fand eine zweite kurze, aber ernstliche Berathung Statt,während welcher die Pferde, deren panischem Schrecken die Eigen-thüiner ihr Unglück hauptsächlich zuschriebcn, aus dem Dickichtder Wälder und an den verborgenen Ort geführt wurden, wo siesich befanden. Der Trupp theilte sich jetzt. Der oft erwähnteerste Anführer bestieg Hehward's Rost, zog mit dem größten Thcilseiner Leute quer durch den Fluß und verschwand in den Wäldern,indem er die Gefangenen der Obhut von sechs Wilden überließ,an deren Spitze le Renard Subtil stand. Dnncan betrachtete allediese Bewegungen mit erneuter Besorgniß.
Aus der ungewöhnlichen Schonung der Wilden gegen ihnglaubte er schließen zu dürfen, daß er Montcalm als Gefangener auS-geliefert werden sollte. Da die Gedanken der Unglücklichen seltenschlummern, und die Einbildungskraft nie lebhafter ist, als wennsic von der Hoffnung, sey sic auch noch so schwach und entfernt,aufgeregt wird, so hatte er schon daran gedacht, ob nicht dieväterlichen Gefühle Munro's benützt werden sollten, ihn seiner Pflichtgegen den König untreu zu machen: denn, obgleich der französischeBefehlshaber für einen Mann von Muth und Unternehmungsgeistgalt, so sprach man ihn doch nicht von jenen politischen Ränkenfrei, welche nicht immer den Anforderungen einer strengen MoralGehör gaben und die europäische Diplomatie jener Zeiten sehrentehrten.
Alle diese geschäftigen und erfinderischen Betrachtungen warennun durch die Maßregeln seiner Sieger zu Nichte geworden. Der-jenige Theil des Trupps,, welcher dem riesenhaften Krieger folgte,nahm seine Richtung nach den Quellen des Horican und er undseine Begleiter hatten nichts Geringeres zu gewarte», als daß sie,hülflose Gefangene, in der Gewalt der Sieger bleiben müßten.Um über ihr künftiges Schicksal Gewißheit zu erhalten und jenach Umständen auch die Macht des Goldes zu versuchen, überwandDnncan seinen Widerwillen, mit Magna zu sprechen. Gr wandte sich