Hawk-eye fuhr statt der Antwort auf eine so bezeichnendeWeise mit dem Finger um seinen Schädel, daß seine Hcrzensmei-nung von Niemand bezweifelt werden konnte.
„Gewiß, gewiß steht es mit uns noch nicht so verzweifelt,"rief der junge Mann; „die Huronen sind nicht hier; wir könnendie Höhlen vertheidigen, uns ihrer Landung widersetzen."
„Mit was?" fragte kaltblütig der Kundschafter. „Mit Un-ras'Pfeilen? oder mit Weiberthränen? Nein, nein: Ihr seyd jungund reich und habt Freunde; in solchem Alter ist es freilich hartzu sterben! Aber," hier warf er einen Blick auf die Mohikaner,„laßt uns bedenken, daß wir Männer reiner Abkunft sind, unddiese Eingebornen der Wälder lehren, daß weißes Blut so frei alsrothes stießen kann, wenn die bestimmte Stunde gekommen ist."
Duncan wandte sich schnell nach der Richtung, die ihm desAndern Augen gaben, und las eine Bestätigung seiner schlimmstenBesorgnisse in dem Benehmen der Indianer.
Chingachgook setzte sich mit würdevoller Haltung auf ein anderesFelsstück, hatte bereits sein Messer und seinen Tomahawk beiSeite gelegt und war im Begriff die Adlersfeder vom Haupte zunehmen, und seinen Harschopf für den letzten, empörenden Dienstin Ordnung zu bringen. Seine Miene war ruhig, obgleich nach-denklich, während das Feuer seiner dunkeln, glühenden Augen all-mählig in einen Ausdruck überging, der für das Schicksal, das erim nächsten Augenblick erwartete, mehr geeignet war.
„Unsere Lage kann noch nicht so hoffnungslos sehn!" sprachDuncan: „selbst in diesem Augenblick ist uns vielleicht Hülfe nah.Ich sehe keine Feinde; sie sind offenbar des Kampfes müde, indem sie so viel wagen und so wenig Aussicht zum Gewinne haben.
„Es steht eine Minute, vielleicht eine Stunde an, so stehlensich die listigen Schlangen heran, und es ist ganz in ihrer Art,daß sic in diesem Augenblicke schon innerhalb Hörweite sind,"sprach Hawk-eye, „aber kommen werden sie und in einer Weise,